Atzendorf (chj) l Auch nach dem 5. Spieltag der Fußball-Landesklasse wartet die ZLG Atzendorf weiter auf den ersten Saisonsieg. Weiterhin von personellen Engpässen geplagt, zeigte das Team von Steffen Grohe eine desolate erste Halbzeit gegen den SV Darlingerode/Drübeck, startete dann eine Aufholjagd, unterlag am Ende dennoch mit 3:5 (0:3).

Die Gäste offenbarten von Anfang an ihre Qualitäten. Die lagen vor allem in der Schnelligkeit. Immer wieder sorgten Diagonalbälle für Probleme bei den Gastgebern. Die Atzendorfer wirkten unsortiert. In der zehnten Minute befanden sich drei von ihnen auf engstem Raum und verloren den Ball. Dann ging es schnell. Ein Diagonalpass über das Mittelfeld auf Alexander Preiß, der wenig Mühe hatte, einzunetzen.

Trotz der Darlingeröder Überlegenheit war auch die ZLG nicht chancenlos. So waren es Tobias Sura und Daniel Ebeling, die den Ausgleich oder sogar die Führung auf dem Fuß hatten. Das fehlende Glück im Abschluss der Atzendorfer war auf Seiten der Gäste. In der 38. Minute flankte Franz Lüderitz den Ball in Richtung Tor - und traf. Die Flanke senkte sich genau in den Dreiangel. Nur zwei Minuten später genügte eine Finte auf rechts, um freie Bahn zu erlangen. Den Querpass verwertete Preiß mühelos zum 3:0.

In der Pause mahnte Grohe die Abstände zu den Gegenspielern an, vor allem zu Frank Dierks. "Er bediente aus der Mitte heraus die schnellen Spieler." Doch genau diese Warnung vergaßen die Atzendorfer scheinbar kurz nach Wiederanpfiff, als Darlingerode zum 4:0 erhöhte - und zwar in genau der Manier, die angesprochen wurde. "Das ist ärgerlich", haderte der Coach.

Scheinbar bedurfte es erst vier Gegentreffer, bis die Gastgeber aufwachten. Zwar kamen die Darlingeröder weiterhin zu guten Gelegenheiten, doch nun riskierte auch die ZLG mehr. Nach einem Torwartfehler, den Kay Faatz antizipierte und dann den Ball querlegte, erzielte Michael Gehrke das 1:4. Nur sechs Minuten später verwertete Faatz dann selbst einen Abpraller. Weitere sechs Minuten später konnte Sura während eines Solos nur mit einem Foul gestoppt werden - Elfmeter. Stefan Rock behielt die Ruhe und markierte den Anschlusstreffer (81.). "Da hatten wir wieder Hoffnung geschöpft", blickte Grohe zurück. Die ZLG warf nun alles nach vorn, machte sich dadurch aber konteranfällig.

In der 85. Minute, nur 300 Sekunden nach dem Anschluss, erstickte Darlingerodes Johannes Rohde die Atzendorfer Hoffnungen im Keim. Gleich mehrere Verteidiger schauten nur zu. "Es hatte in der Situation keiner den Hintern in der Hose, einfach dazwischen zu hauen", ärgerte sich Grohe. Nach fünf Partien mit einer mageren Ausbeute von einem Punkt backen die Atzendorfer kleine Brötchen. "Wir dürfen das Loch zum Mittelfeld nicht zu groß werden lassen und müssen uns jeden Punkt mühsam erarbeiten. Nach der Winterpause gilt es dann, mit den Rekonvaleszenten einen Neuanfang in Angriff zu nehmen."

ZLG Atzendorf: Fiser - Wolter, C. Rock, Kutz, Maier, Knoll (46. Gehrke), Ebeling, Sura, Wullstein, Faatz, S. Rock

Tore: 0:1 Alexander Preiß (10.), 0:2 Franz Lüderitz (38.), 0:3 Alexander Preiß (40.), 0:4 Johannes Rehse (47.), 1:4 Michael Gehrke (69.), 2:4 Kay Faatz (75.), 3:4 Stefan Rock (FE, 81.), 3:5 Johannes Rehse; SR: S. Naumann (Staßfurt); ZS: 25