Es ist nun wirklich keine Absicht, dass der HC Salzland 06 in seinen bisherigen Partien nur mit einer echten Kreisläuferin angetreten war. Und es ist auch kein Zufall, dass diese in den beiden Auftaktsiegen zur 3. Handball-Liga starke Leistungen abriefen, wenngleich Trainer René Linkohr betont: "Es waren gute Mannschaftsleistungen."

Halle l Hatte beim Saisonstart noch Paula Farken eine tragende Rolle eingenommen und sowohl in Abwehr als auch im Angriff beim 25:22-Erfolg über Leipzig II eine starke Leistung gezeigt, als ihre Teamkollegin noch im Urlaub weilte, trumpfte am Sonntag in Halle (Westfalen) nun Kristin Schüler auf, als ihre Mitspielerin berufsbedingt fehlte.

Dabei kamen ihr nicht nur die neuen Qualitäten des HCS 06 im Positionsangriff entgegen, weil "wir von überall torgefährlich sein wollen", sondern auch ihre Erfahrung aus der 2. Bundesliga. Mit sechs Treffern bei sieben Versuchen hatte sie in der Offensive starke Werte. Ihre Arbeit in der Abwehr gegen die Hallenser war hingegen nicht messbar. "Wir mussten die gegnerische Kreisläuferin doppeln, um die Anspiele zu verhindern." Zudem war ein rechtzeitiges Heraustreten gegen die beste Rückraumschützin, Sina Speckmann, erforderlich. "Das haben wir sehr gut gelöst." Schließlich erzielte die Hallenserin lediglich einen Treffer.

Nach anfänglichem 1:3-Rückstand und einer Auszeit in der zehnten Minuten "haben wir uns in die Partie gefunden". Salzland glich schnell zum 5:5 aus und führte schließlich mit 18:13 und 22:15 (38.). Auch eine doppelte Unterzahl "haben wir ganz gut kompensiert", lobte Linkohr, doch es folgte eine Schwächephase. Durch eine 5-0-1-Deckung der Gastgeber gegen Thea Schwarz oder Stephanie Jäger verkürzte die HSG Union durch vier Treffer in Folge zum 21:23. "Da haben wir neun Minuten lang recht glücklos agiert, einige Regel-Technik-Fehler und Fehlpässe verursacht." Dann erzielte Kristin Schüler ihre zwei wohl wichtigsten Treffer. "Zum Schluss haben wir uns dann wieder gefangen und den Sieg über die Runden gebracht." Eine Qualität, die bislang abhanden gekommen schien. An einer weiteren wird in der Zukunft gearbeitet. "Wir schaffen es noch nicht, unser Level über die kompletten 60 Minuten zu halten. Sollte uns das gelingen, wäre es natürlich das Sahnestück."

Der Schlüssel dazu liegt sicherlich in der guten 6-0-Deckung, die ohnehin schon immer das Prunkstück der Salzländerinnen war. Auch in Halle "haben wir uns in der Abwehr sehr gut formiert und dem Gegner wenig Raum gelassen". Wenngleich Kristin Schüler, die nur wenige Minuten durch Angriff-Abwehr-Wechsel pausieren konnte, eine tragende Rolle gespielt hat, "war an diesem Erfolg jede Spielerin beteiligt, ob nun im Angriff oder in der Defensive". Und das ist nun kein Zufall.