Der HV Rot-Weiss Staßfurt produzierte gegen den HC Burgenland einige Fehler, die mal passieren können. In der Summe jedoch waren es zu viele, um in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga zu gewinnen. Am Ende sprang ein 32:32 (17:14)-Unentschieden heraus, das Coach Uwe Mäuer nicht zufriedenstellte.

Staßfurt l In der Anfangsphase deutete nichts darauf hin, dass es am Ende noch einmal ganz eng werden würde. Nachdem erstmals in der Saison wieder die Lichter in der Paul-Merkewitz-Halle ausgingen, damit die Mannschaft auflaufen und gebührend empfangen werden konnte, legten die Rot-Weissen einen Start nach Maß hin. Oliver Jacobi markierte nach gutem Anspiel von Sebastian Retting den ersten Heim-Treffer der Saison. Nach vorn funktionierte nahezu alles, nach hinten mindestens genauso viel, sodass der HVS zum 6:1 vorlegte.

Doch Mäuer traute dem Schein nicht, was sich später als wahr herausstellte. "Die Burgenländer lassen über 60 Minuten nichts anbrennen. Auch wenn sie dabei zwischenzeitlich in Rückstand sind. Sie kämpfen immer weiter." Nicht einmal die Verletzung von Ants Benecke brachte die Gäste aus der Fassung. Er stieß unglücklich mit Staßfurts Keeper Patrick Tuchen zusammen und verletzte sich ernsthaft am Knöchel. Sportlich fair war Chirurg und Vorstandsmitglied Jens Lingott direkt zur Stelle.

Es sollte nicht die einzige Verletzungspause des HCB werden. Außerdem gab es ungewöhnlich viele Unterbrechungen, in denen die nassen Stellen vom Boden gewischt werden mussten. Damit kamen die Gäste scheinbar besser zurecht, die allmählich Gleichwertigkeit erlangten. Die Staßfurter Deckung, die anfangs noch grundsolide stand und immer wieder einfache Gegenstöße einleitete, ließ Burgenland nun mehr Freiräume. Dies übertrug sich auch auf das HVS-Angriffsspiel, das ebenfalls nicht den Schwung der Anfangs-Viertelstunde beibehielt.

So schmolz der Abstand zur Pause auf drei Treffer. Direkt nach dem Seitenwechsel wirkten die Hausherren frischer. Sie erarbeiteten sich so einen Fünf-Tore-Vorsprung. Dann folgten aber dunkle Minuten für die Staßfurter. Immer wieder nahmen sie Würfe zu früh. Oft blieben sie am Block hängen oder sie warfen mit halbhohen Bällen den gegnerischen Keeper "berühmt", der problemlos Konter einleiten konnte. Die Deckung fand nicht den gewünschten Zugriff, schwächte sich zudem mit einigen Zeitstrafen selbst. Die zahlreich erschienenen und laustarken Zuschauer sahen Fehler, die passieren konnten, sich aber zu sehr häuften, sodass es wieder ganz eng wurde.

In der 50. Minute war es dann soweit. Burgenland drehte die Partie zum 28:27. "Das kratzte natürlich an den Nerven, weil wir vorn wieder unter Druck standen", blickte Mäuer zurück. Die Partie verlief auf Messers Schneide. Auf den Sitzen hielt es niemanden mehr. Keine 30 Sekunden vor Ablauf der Uhr, die Gäste führten mit 32:31, markierte Stefan-Victor Secara den Ausgleich. Dabei blieb es. "Ich hätte natürlich lieber den Siegtreffer erzielt", erklärte der Neuzugang nach seinem Debüt. Trotz Remis` war er hin und weg von der Stimmung. "Es war sehr emotional und fühlte sich toll an. Aber das nächste Mal will ich zu Hause gewinnen."

Staßfurts Coach lobte den "Neuling". "Er hat seine Sache gut gelöst." Aber Mäuer wäre kein Trainer, wenn er nicht hinzufügen würde: "Aber es geht immer noch etwas besser." Trotz der Freude über Secara überwog Ernüchterung angesichts der Punkteteilung. "Wir haben uns wieder einmal das Leben selbst schwer gemacht. Wir haben uns in einigen Phasen die Bälle gut erkämpft und sie vorn leichtfertig verworfen. Wir hätten deutlich mehr Treffer erzielen müssen. Unterm Strich haben wir zu viele Fehler produziert, sodass wir mit dem Punkt vielleicht sogar zufrieden sein können, obwohl wir hätten gewinnen müssen."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar, Fuhrmann, Dietze, Ortmann, Retting (3), Jacobi (4), Ernst (3), Rach (4), Hähnel (8), Scholz (4/3), Rindert (4), Secara (2)

Siebenmeter: Staßfurt 3/3 - Burgenland 6/7; Zeitstrafen: Staßfurt 6 - Burgenland 4; Rot: Sebastian Scholz (56. Minute, 30:30, Foulspiel) -Staßfurt-