Nach einer Negativserie von vier Niederlagen zählt jeder Punkt für den SV Förderstedt in der Fußball-Landesliga. Einen holte er nach einem 2:2 (1:0)-Unentschieden gegen TuS Bismark.

Förderstedt l Es war nichts für verwöhnte Zuschauer - aber das musste es auch gar nicht sein. Im Vordergrund standen einzig und allein Punkte. "In unserer jetzigen Situation darf man von uns kein Spektakel oder einen Leckerbissen über 90 Minuten erwarten", erklärte Trainer Jens Liensdorf, der personalbedingt erneut selbst in der Viererkette auflief.

Nach einer anfänglichen Abtastphase, die von Fehlpässen und geringem Risiko auf beiden Seiten geprägt war, erlangte der Gastgeber eine leichte Feldüberlegenheit. "Aber Zwingendes sprang nicht heraus", erkannte auch Liensdorf. Doppelpässe waren meist nur zwischen den Verteidigern zu sehen. Die Förderstedter waren um Ballbesitz bemüht. "So wollten wir Selbstvertrauen und Sicherheit erlangen. Auf Teufel komm raus nach vorn wollten wir nicht spielen". Selbst bei Ballbesitz suchte man oft vergeblich einen Förderstedter Stürmer in der gegnerischen Hälfte. Chancen blieben Mangelware.

Auch die Gäste taten sich damit schwer und bekamen ebenfalls keine Offensivaktionen zu Stande. Immer wieder suchten sie ihren Torjäger Carlo Rämke, der in der abgelaufenen Saison 20 Treffer erzielte. Er war nur schwer vom Ball zu trennen. Nicht selten konnten ihn erst drei oder vier Förderstedter das Leder abnehmen. "Er ging dem Ball entgegen und forderte ihn. Er war sehr auffällig. Wir hatten so unsere Mühen, ihn auszuschalten. Das war schon beeindruckend", erkannte Liensdorf an. Zu einem Treffer kam Rämke nicht.

Für die erste richtige Offensivaktion sorge Marcus Bolze per Freistoß. Er zirkelte den Ball um die Mauer, doch der Schuss war zu zentral. Zwar ging nach vorn wenig, dafür ließ der SVF aber hinten nichts anbrennen. "Wir wollten die Fehler der Vergangenheit abstellen, was uns auch über weite Strecken gelang." Die Bismarker stellten die Förderstedter aber auch vor nicht allzu große Probleme. Irgendwie passte sogar ein falscher Einwurf von Felix Knoblich ins Bild.

Wie aus dem Nichts gingen die Gastgeber dann in Führung. Marc Burdack verpasste eine Flanke von rechts nur knapp, die Abwehr klärte zunächst, ehe der Ball postwendend zurückkam und ihn Chris Ingler verwertete. "Ein fußballerisch schöner Angriff", lobte Liensdorf. Mit der 1:0-Führung ging es in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel war es ein offenes Spiel, in dem die Abwehrreihen weiter die stärksten Mannschaftsteile waren und kaum eine Offensivaktion zuließen. "Wir haben geschickte Abseitsfallen gestellt und ein gutes Stellungsspiel an den Tag gelegt", lobte der SVF-Coach. Einmal war die Defensive doch unachtsam, als sie Alexander Meyer aus den Augen ließ, der prompt ausglich.

Nach dem Anstoß spurtete Marcus Bolze direkt nach vorn und wurde zu Fall gebracht - Elfmeter. Liensdorf übernahm Verantwortung und brachte die Gastgeber erneut in Führung. Symptomatisch fiel der Ausgleichstreffer nach einem Standard. Beim 2:2 blieb es dann - "ein gerechtes Unentschieden", befand Förderstedts Coach. "Wir können in der jetzigen Situation mit dem Punkt leben, er war unser Minimalziel."

SV Förderstedt: Binnebößel - Herrler, Früchtel, Liensdorf, Burdack (78. Dübecke), Müller, Siebert (46. Conrad), Ingler, Bolze, Abram (73. Marco Janich), Marcus Janich

Tore: 1:0 Chris Ingler (35.), 1:1 Alexander Meyer (69.), 2:1 Jens Liensdorf (71., FE), 2:2 Michael Metzger (79.); SR: Mike Weiß (Osterweddingen); ZS: 72

Bilder