Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II entschieden auch ihr zweites Heimspiel der Verbandsliga erfolgreich. Sie setzten sich mit 32:25 (16:14) gegen die Reserve der SG Spergau durch. Dabei war notgedrungen vor allem eines wichtig: Disziplin.

Staßfurt l Disziplin war nicht immer das Steckenpferd der Staßfurter. Doch mit einer ohnehin schon dünnen Bank und zahlreichen frühen Zeitstrafen war sie mehr denn je gefragt. Zwei Rot-Weisse mussten bereits im ersten Durchgang zweimal von der Platte und standen entsprechend vor einer Roten Karte. Insgesamt kassierten die Gastgeber in den ersten 30 Minuten sieben Zeitstrafen - "einige davon zu Unrecht", befand Trainer Mario Kutzer, der mit der Leistung der Unparteiischen nicht ganz zufrieden war.

Dabei legte der HVS II los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Nach dem in den ersten zwei Minuten drei Angriffe an zu unplatzierten Abschlüssen scheiterten, markierte Tino Korin nach knapp vier Minuten den ersten Treffer der Partie. Korin war es auch, der ein paar Minuten später einen Strafwurf weit über den Spergauer Kasten warf. Doch die Gastgeber ließen sich davon nicht beirren. Der Weg nach hinten wurde nach jedem Angriff, ob erfolgreich oder nicht, zügig angetreten. Aus einer soliden Deckung heraus wurden Bälle erobert und mit schnellen Gegenzügen verwertet. So führten die Hausherren nach 15 Minuten mit 10:3.

Nun fielen die Zeitstrafen im Minutentakt. Durch Überzahlsituationen, zum Teil doppelten, kamen die Gäste zur Pause wieder auf zwei Treffer heran. Kutzer war nun gezwungen, die Defensive passiver agieren zu lassen. "Wir haben die Lücken sehr gut zugeschoben", sagte der Trainer. So verlagerte sich das Spiel zunehmend auf die Außen, "die wir werfen lassen mussten, ohne nachzufassen". Dadurch bekamen die Torhüter mehr Verantwortung, von denen vor allem Jan Stein seine Aufgabe gut erfüllte. Kutzers Anweisungen fruchteten. Zwar erzielte Spergau über außen insgesamt zehn Treffer. Aber kein Staßfurter sah vorzeitig die Rote Karte.

Wer hinten mehr Risiken eingeht, muss vorne mehr arbeiten. "Im Angriff wollten wir nun mehr investieren", sagte Kutzer. Dies gelang bereits mit einfachen Finten. So suchten auch Staßfurter Eins-gegen-Eins-Situationen, die diese sonst eher meiden. "Spergau hat es uns relativ einfach gemcht, Treffer zu erzielen." Am Ende kam so ein Sieg mit sieben Toren Unterschied zustande.

Ein Sonderlob von seinem Coach erhielt indes Christian Gödde. "Er war der stärkste Spieler, sowohl vorn als auch hinten - eine Top-Leistung über 60 Minuten." Auch Tino Sell wurde vom Publikum mit Extrabeifall belohnt. Mit einem Wurf auf das Tor und einem Treffer wurde er zu "Mister 100 Prozent". Dass es sich dabei um einen Siebenmeter handelte, interessierte in der Paul-Merkrwitz-Halle niemanden, die Freude über den zweiten Sieg überwog bei allen.

HV Staßfurt II: J. Stein, A. Jesse - A. Stein (2), Berger (2), T. Jesse (8/2), Korin (3), Gödde (9), Sell (1/1), Jedlitschka, Loose (2), Panzer, Spadt (5)

Siebenmeter: Staßfurt II 3/4 - Spergau II 2/4; Zeitstrafen: Staßfurt II 11 - Spergau II 5; Rot: Andreas Schwerdtner (Foul, 51.) -Spergau II-