Staßfurt (chj) l Handball-Freunde aufgepasst: Ab 18 Uhr empfängt der HV Rot-Weiss Staßfurt am Sonnabend die HSG Freiberg zum 4. Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga. Das klingt an sich nicht weiter spektakulär. Betrachtet man die Gäste allerdings genauer, weckt die Partie hohe Erwartungen.

Die Freiberger verpassten zuletzt nur knapp einen Rekord. Sie trennten sich von der HSG Werratal mit einem ungewöhnlichen 60:46-Sieg. Im März 2013 gab es in der Türkischen Liga ein Ergebnis, in dem 107 Treffer fielen. Es gilt als das torreichste Spiel überhaupt.

Mit einem Torverhältnis von 145:127 führt Freiberg die Tabelle verlustpunktfrei an. Um nach drei Spieltagen auf eine solche Differenz zu kommen, legt das Team ein enormes Tempo an den Tag. "Es geht 60 Minuten hoch und runter", weiß auch Staßfurts Co-Trainer Andreas Stops. Die Freiberger, die zum Großteil aus A-Jugendlichen bestehen und seit Jahren zusammen auflaufen, brechen mit der Normalität im Handball. Zum Teil geht jeder Akteur in eine offensive Manndeckung, um Fehler zu erzwingen. Ist der Ball erobert, geht es blitzschnell ab nach vorn, sodass der Gegner gar keine Zeit hat, sich zu sortieren. Gegen Werratal startete Freiberg mehr als 90 Angriffe.

Die Partie wude von den Rot-Weissen intensiv analysiert. Es ist zu erwarten, dass die HSG erneut auf diese untypischen Mittel setzt und das System beibehält. "Warum sollte der Gegner es auch ändern, es ist ja erfolgreich", so Stops.

Solch eine Gangart erfordert entsprechende Gegenmaßnahmen. "Wir haben einige Sachen einstudiert, um mit taktischen Mitteln dagegenzuhalten", verrät Staßfurts Tobias Ortmann. So soll zum Teil das Tempo verschleppt werden. Außerdem will der HVS alles daran setzen, Freiberg in den von ihm ungeliebten Positionsangriff zu drängen. "Wenn wir erst einmal im Deckungsverband stehen, habe ich keine Bauchschmerzen", pflichtete Stops seinem Schützling bei.

Wollen sich beide Seiten im Tempo-Handball messen, dürften die Vorteile klar bei den Gästen liegen. Entsprechend unvorhersehbar dürften die 60 Minuten verlaufen. Ortmann erwartet sogar ein "ekliges Spiel". Auch den Unparteiischen dürfte eine ungewohnt wichtige Rolle zukommen, denn Tempo und Aggressivität wollen erst einmal überblickt werden. Um der Lage Herr zu werden, hofft Andreas Stops "auf eine volle Hütte", da die Unterstützung von Außen nicht fehlen dürfe.