Auch wenn René Linkohr, Trainer des Drittligisten HC Salzland 06,nach dem 29:15-Erolg über den TSV Hahlen aufgrund einer "guten Mannschaftsleistung" niemanden hervorheben wollte, stachen zwei Handballerinnen besonders hervor: Caroline Rosiak und Torhüterin Josephine Klauß.

Staßfurt l Mehrfach parierte Klauß Angriffe des Gegners. Insgesamt verzeichnete der HCS 17 Paraden. Staßfurts Keeperin wehrte aber nicht nur ab, sondern hielt die Bälle fest, sah die gestartete Rosiak und servierte mustergültig in ihren Lauf. Ein ums andere Mal stand Rosiak so frei vor Hahlens Schlussfrau Vanessa Fischer beziehungsweise Mareike Wegner. "Caro hat ein perfektes Feeling dafür, wann sie loslaufen muss. Ab der Mittellinie zündet sie dann nochmal", lobte Linkohr. Die Hahlenerinnen fanden läuferisch kein Mittel, um Rosiak einzuholen. Die 25-Jährige markierte acht Treffer und zeigte eine "exzellente Partie".

Rosiak gab sich aber trotz einer hervorragenden Leistung bescheiden. "Unterm Strich war es eine gute Mannschaftsleistung. Ich habe von unserer guten Abwehr und den Torhüterinnen profitiert. Ich hatte einen guten Tag, aber jeder hat seinen Teil dazu beigetragen." Wenige Minuten vor Ende der Partie, Rosiak war mal wieder am schnellsten vorn, rutschte ihr ein Zuspiel durch die Hände. Es stand 25:12, die Partie war längst gelaufen. "Ärgerlich war es dennoch ein wenig."

Dieser Fehler seitens der Gastgeberinnen änderte am klaren Ausgang der Partie nichts. Denn die "Wildgänse" präsentierten sich äußerst diszipliniert, vor allem hinten. "Trotz vieler Wechsel war unsere Abwehr konstant", sagte Linkohr. Einmal mehr wurde die Defensive das Erfolgsrezept. "Wenn wir hinten stabil stehen, gibt uns das auch vorne Sicherheit, da wir weniger Druck haben", so Rosiak. So schien der TSV bereits nach 40 Minuten geschlagen.

Hahlens Trainer Kai Bierbaum weiß um die zwei Gesichter seiner Mannschaft. Und er war absolut unzufrieden damit, welches in Staßfurt zum Vorschein kam. "Wir haben keinen Handball gespielt", sagte er unmissverständlich. "Wir haben gegen Marienberg 25 Treffer erzielt, gegen Bad Salz-uflen sogar 35. Ich frage mich, wo unsere Angriffsleistung auf der Fahrt abhanden gekommen ist." Die Leidenschaft habe gefehlt. Die eigene Anzahl an Fehlern durchkreuzte zahlreiche Hahlener Offensivbemühungen. "44 Fehler stimmen mich als Trainer nachdenklich. So hat jeder Gegner gegen uns leichtes Spiel."

Bereits der erste Angriff wurde von einem unnötigen Ballverlust gestoppt. "Mangelnde Konzentration" sei das große Manko gewesen. "Der HC Salzland musste eigentlich nur auf Fehler von uns warten und agierte fast am Limit, davon waren wir weit entfernt", sagte Bierbaum. Die Partie sei ein "mahnendes Beispiel für die weitere Saison".

Während der TSV alles andere als zufrieden war, blickte man beim HCS nur in zufriedene Gesichter. "Es war ein ansehnliches Spiel für uns und für die Zuschauer. Das stärkt unser Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben", sagte Rosiak. Auch Trainer Linkohr denkt bereits weiter. "Wir haben nur 15 Tore bekommen und vorn fast doppelt so viele erzielt. Das war wichtig für uns. Aber wir ruhen uns nicht auf diesem Ergebnis aus. Es warten schwere Aufgaben auf uns."

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