Beim 37. Burgenlauf in Bad Belzig ging es für die Gaensefurther Sportbewegung "um die Wurst" - auf die Erstplatzierten wartete nämlich ein Braten. Einen sicherte sich Katrin Krebs mit ihrem Sieg über die 25-Kilometer-Strecke in der Altersklasse W 35.

Bad Belzig (sbö/chj) l "So geht das nicht!" Genervt blickte Sabine Börner auf ihre dreckigen Langlauf-Schuhe. Da half nur eine morgendliche Putzaktion, die den französischen Medoc-Schmutz schließlich entfernte. Während sich die Börners also bereits im "Auslauf-Modus" befanden und erst in aller Frühe ihr Rüstzeug in Ordnung brachten, organisierten sich Meiers und Schäpers ganz nach Plan. In Vorbereitung auf den Dresden-Marathon, sollten die anspruchsvollen 25 Kilometer des Burgenlaufes den Abschluss des wochenlangen Trainingsplans bilden. Dabei galt: "Kein Risiko mehr eingehen." Ein Grund, weshalb Sylvia Köhn eine Woche vor dem Marathon lieber gänzlich auf eine Teilnahme an diesem Crosslauf verzichtete. Entsprechend ruhig und konzentriert gingen Dirk Meier und Jörg Schäper über den langen Kanten an den Start. Sie wollten gemeinsam mit Katrin Krebs den Hohen Fläming genießen.

Zusammen mit den Acht-Kilometer-Athleten füllte sich der Marktplatz langsam mit den Teilnehmern. Im strahlenden Sonnenschein erfolgte der Start und schnell lag die Stadt hinter den Läufern. Was nun folgte, war Natur pur. Während Claudia Meiers Acht-Kilometer-Kurs bald den langen Kanten verließ, ging es weiter bergan. Auf dem Hagelberg erreichten die Läufer bald den höchsten Punkt der Strecke.

Nach anstrengenden Hügeln bis Wiesenburg ging es über zwei weitere Kilometer auf das weite Feld. Die Herbstsonne scheinte - kein Wetter für Sabine Börner, deren Kreislauf ein dosiertes Tempo verlangte. Auch Katrin Krebs hatte zwischenzeitlich Probleme und war froh, zunächst noch dem Schritt der beiden Teamkollegen folgen zu können.

Herbstlaub bedeckte bereits großflächig die ausgewiesene Route, sodass tiefe Pfützen oder rutschiger Untergrund durchaus mal für Schrecksekunden sorgten. Der Regen der vorangegangenen Tage hatte der ohnehin ruppigen Strecke derart zugesetzt, dass Abschnitte teilweise verlegt werden mussten.

Hinaus aus dem Trail empfanden die meisten Läufer den beginnenden Asphalt, zwei Kilometer vor dem Ziel, als reine Wohltat. Die Straße zog sich und beim Anstieg zur Burg Eisenhardt hieß es noch einmal, auf die Zähne zu beißen. Kein Läufer ließ sich lumpen, denn gepuscht von den vielen Zuschauern wurden auch die letzten Meter hinauf zum Zieleinlauf absolviert. "Schön, aber wie immer brutal" - lautete das Fazit der meisten Finisher. Minuten später sahen alle wieder ganz gesund aus und mit der Siegerehrung kam zumindest bei den Frauen über 25 Kilometer auch das Lachen zurück.

Die Platzverteilung in der Altersklasse W 45 wurde innerhalb einer Minute ausgemacht. Als ahnten es die Frauen auf der Strecke, brachten die letzten zwei Kilometer auf der Straße die Entscheidung. Börner freute sich am Ende über den zweiten Platz und einen bunten Herbststrauß. Für alle ersten Plätze ging es buchstäblich um die "Wurst". Krebs hatte dabei die Nase vorn und schnappte ihren drei Konkurrentinnen den Braten vor der Nase weg. Etwas unzufrieden wertete Jens-Uwe Börner sein Laufergebnis. Das Ziel, die Vorauseilenden zum Zielfoto wieder einzuholen, misslang. Dabei sahen Meier und Schäper nach absolvierten 2:06 Stunden im Ziel noch total entspannt aus. Ein Ergebnis, dass nicht zuletzt dem gut dosierten Trainingsplan zu verdanken war. Auf die Marathonzeit in Dresden kann man also durchaus gespannt sein.

Ergebnisse der Gaensefurther Sportbewegung beim 37. Burgenlauf

8 Kilometer

W 45: 11. Platz Claudia Meier (51:04 Minuten)

25 Kilometer (Angaben in Stunden)

W 35: 1. Katrin Krebs (02:15:29)

W 45: 2. Sabine Börner (02:34:57)

M 40: 11. Jörg Schäper (02:06:16)

M 45: 5. Dirk Meier (02:06:19)

M 50: 13. Jens-Uwe Börner (02:23:10)