Beim 34:23-Erfolg über die HSG Hannover-Badenstedt unterstrichen die Handballerinnen des HC Salzland 06 einmal mehr ihre große Stärke: Die Defensive. Sie war eines der größten Zahnrädchen beim Sieg am 7. Spieltag der 3. Liga.

Aschersleben l Die taktische Marschroute war klar gesteckt: Die "Wildgänse" sollten Beton anrühren. "Wir wollten eine kompakte 6-0-Deckung stellen, wie gegen Hahlen", sagte Trainer René Linkohr. Dabei sollte die genesene Yvonne Sachse als "Regulator" dienen. "Der Plan ist aufgegangen." Die HSG biss sich oft die Zähne aus. Sachse gab hinten den Ton an und strahlte zudem vorn Gefahr aus. Sie markierte fünf Treffer und verdiente sich nicht erst bei ihrem Tor zum 17:10 mit "Super,Maus!" ein Kompliment von Mitspielerin Victoria Göpel.

Zum starken Gesamtpaket trug auch Keeperin Josephine Klauß ihren Anteil bei, die, obwohl sie angeschlagen war, mit vielen Paraden Sicherheit ausstrahlte. So wurden die Gäste größtenteils kontrolliert, was sich auch im laut Linkohr "genialen" Pausenstand von 14:7 widerspiegelte und im Endergebnis noch deutlicher wurde.

Ein weiteres Zahnrädchen war Stephanie Jäger, die ganze zwölf Feldtreffer verbuchte. Jäger begann auf halb rechts, "wo mir der Einstieg schwer fiel". Auf Rückraum Mitte genoss sie dann mehr Freiräume, "die Mädels von Hannover standen in der Mitte passiver". Dies bestrafte sie rigoros und unaufhaltsam mit einem Tor nach dem anderen.

Trotz der vielen Gegentreffer sah Hannovers Trainer Thomas Löw die Gründe für die Niederlage nicht nur in der Abwehr. "Wir haben eine nichtakzeptable Leistung gezeigt, die auch nicht an unseren vier Ausfällen lag." Überrascht schien er von der Salzländer Dominanz aber nicht. "Der Gegner hat so gespielt, wie wir es erwartet hatten. Meine Mannschaft hat allerdings die Vorgaben nicht umgesetzt und sich oft in Einzelaktionen verrannt." Gegen das kompakte Salzländer Bollwerk verpufften diese jedoch meist, sodass Löw beobachten musste, wie aufgrund der schlechten Angriffsleistung und der wachsenden Anzahl an Gegentoren "die Köpfe immer weiter runter gingen".