Die Fußballer der ZLG Atzendorf haben das zurück, was ihnen lange in der Landesklasse fehlte: das Glück. Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen steigerten sie sich, hatten in einigen Situationen gehörig Dusel und setzten sich schließlich mit 3:1 (0:1) gegen Eintracht Osterwieck durch.

Atzendorf l Nach Abpfiff fragte Atzendorfs Trainer Steffen Grohe sein Team, ob es darauf steht, angebrüllt zu werden. Denn in der Kabine wurde er sehr laut, hatte dazu nach schwachen 45 Minuten auch allen Grund. "So kann man nicht spielen, wenn man unten drin steht. Ich habe mehrfach auf die Bedeutung der Osterwieck-Partie hingewiesen. Aber in der ersten Hälfte war jeder mit sich selbst beschäftigt. "

Ein Beleg für Atzendorfs zwei Gesichter waren Stefan Rock und Daniel Ebeling. Rock begann im Mittelfeld, wo er ungewohnt viele Fehlpässe produzierte und laut Grohe "gar nicht stattfand". Im zweiten Durchgang, nun als letzter Mann, ließ er nichts anbrennen, hatte die absolute Lufthoheit und war passsicher. Und "Daniel war in der Kabine mit sich selbst unzufrieden. Bei den vielen Verletzten ist er einer von denen, die eigentlich vorangehen müssen". Nach dem Seitenwechsel tat er es auch, betrieb einen enormen Laufaufwand und belohnte sich mit dem Treffer zum 1:1, nachdem die Gäste in Hälfte eins in Führung gingen.

Aber es waren nicht nur Rock und Ebeling, die nach Wiederanpfiff ein anderes Gesicht zeigten. Die ZLG kam als Mannschaft aus der Kabine. Dies sollte sich auszahlen, zog sie schließlich das Glück des Tüchtigen auf ihre Seite. Einer der Glückspilze war Tobias Sura, der sich nach seinem Treffer zum 2:1 eigentlich bei Eintracht-Keeper Phillip Schulze bedanken musste. Suras Schuss kam weder scharf noch platziert, Schulze ließ ihn dennoch ins Tor trudeln. Weiteres Offensiv-Glück hatte Michael Gehrke, der ein Traumtor zum entscheidenden 3:1 ins rechte Eck zirkelte. "So etwas habe ich von ihm noch nicht gesehen, höchstens ganz selten mal im Training", freute sich Grohe.

Aber auch hinten hatte die ZLG Glück. Denn die Eintracht war vor allem nach Standards nicht ungefährlich. Doch irgendwie wurde der Ball stets im letzten Moment geklärt. Auch die Querlatte gehörte zum Atzendorfer Glücks-Repertoire, die nach einem Osterwiecker Freistoß vor einem Gegentor bewahrte.

Einmal mehr war auch Schlussmann Lukas Fiser daran beteiligt, dass der Gegner nicht erfolgreicher in der Tor-ausbeute war. "Er passt wie die Faust auf`s Auge hier her", sagte Grohe und meinte damit sowohl sportliche als auch menschliche Aspekte. Obwohl er noch nicht lange in Atzendorf ist, redet er viel, gibt Anweisungen und strahlt Sicherheit aus, die auf die Vorderleute übergeht. "Ich will gar nicht wissen, wieviele Punkte wir ohne Lukas auf dem Konto hätten", sagte Grohe. "Die Mannschaft kann sich stets an ihm aufrichten."

Der Sieg gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt brachte der ZLG drei wichtige Punkte ein. "Nun haben wir einen kleinen Puffer nach unten." Mit Langenstein, Drohndorf-Mehringen und Staßfurt stehen nun aber drei schwere Aufgaben an.

ZLG Atzendorf: Fiser - C. Rock, Maier, Kutz (53. Gehrke), Faatz, Ebeling, Stange (58. Schleysing), Spangenberg, Sura (83. Strobusch), S. Rock, Knoll

Tore: 0:1 Danny Kraus (8.), 1:1 Daniel Ebeling (68.), 1:2 Tobias Sura (78.), 3:1 Michael Gehrke (80.); ZS: 50; SR: E. Skorsetz (Biere)

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