Die bittere 23:32 (11:19)-Niederlage des HV Rot-Weiss Staßfurt II gegen den HC Burgenland II in der Handball-Verbandsliga warf viele Fragen auf. Trainer Mario Kutzer fand deutliche Worte und war alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Staßfurt l Die Partie begann mit einer Schweigeminute für Peter Wogand. "Er war Fan und Freund des HV Staßfurt und des HC Salzland 06. Sein Leben bestand zum Großteil aus Handball", sagte Kutzer würdigend.

Nach der Schweigeminute galt die Konzentration voll und ganz dem 7. Spieltag der Verbandsliga. Zu diesem Zeitpunkt konnte jedoch noch keiner ahnen, dass es ein Trauerspiel bleiben würde. "Das war teilweise peinlich", erklärte Kutzer schonungslos und fuhr fort: "Wäre ich Zuschauer gewesen, wäre ich in der Halbzeit gegangen." Zwar glich Tino Korin den 0:1-Rückstand per Siebenmeter aus, doch fortan zeigte Burgenland deutlich, wer die Punkte verbissener wollte. Man konnte den Staßfurtern in der Anfangsphase das Bemühen nicht absprechen, oft war lediglich der Pfosten oder der Gästekeeper im Weg. Doch unterm Strich wirkte vieles kopflos und gezwungen. Hinten fanden die Staßfurter keinen Zugriff, vorn fehlte der Biss und die Übersicht. Viele Aktionen sollten mit der Brechstange erzwungen werden. "Wir sind momentan keine Mannschaft", musste Kutzer feststellen. So war die Partie zur Pause bereits entschieden.

Die Rot-Weissen verfielen zum Unmut und Unverständnis ihres Trainers wieder in ihre alten Tugenden. "Die Schiedsrichter haben eine top Leistung abgeliefert. Trotzdem fangen meine Spieler an, zu diskutieren." Es wurden zum Teil für Nichtigkeiten Gespräche mit den Unparteiischen angezettelt. "Die Spieler suchen wieder die Schuld bei allen anderen, nur nicht bei sich selbst", haderte Kutzer.

Die Burgenland-Reserve hatte so wenig Mühe, ungefährdet zum Sieg zu marschieren, bekam dabei wenig Gegenwehr. "Der Gegner war fünf- oder sechsmal in Folge mit derselben Kombination erfolgreich, während er uns früh gestört hat und unsere Kombinationen schnell durchschaute", haderte Kutzer. Am Ende kam auch noch die mangelnde Kondition der Rot-Weissen hinzu, während "Burgenland nochmal 60 Minuten hätte spielen können".

Am Sonnabend wartet nun Schlusslicht Frankleben auf die Staßfurter. Die Luft wird dünn und es muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen, denn "so kann man keine Spiele gewinnen. Es ist eine Frage der Einstellung."

HV Rot-Weiss Staßfurt II: A. Jesse, J. Stein - Rösler, A. Stein (4), Berger (3), T. Jesse (6/1), Korin (5/4), Gödde, Sell, Loose (5), Panzer, Spadt

Siebenmeter: HVS II 7/5 - HCB II 3/1; Zeitstrafen: HVS II 2 - HCB II 1; Rot: Maximilan Fuchs (Foulspiel, 40.) -Burgenland II-