Kühnau (chj) l Es ist das alte Lied des SV Germania Borne, das Woche für Woche in der Sachsen-Anhalt-Liga abgespielt wird. Lange Zeit bieten die Handballer von Trainer Jürgen Wartmann ihren Kontrahenten die Stirn, dann reißt der Faden und sie lassen zum Ende hin nach. So auch beim Spitzenreiter SG Kühnau: Zur Pause war für die Borner beim Stand von 12:14 noch alles drin. Doch dann brachen sie ein und unterlagen mit 24:30.

"Wir haben sehr gut angefangen", blickte Germanias Thomas Hagemeyer zurück. Zwar legte Kühnau zum 2:0 vor, doch Borne drehte das Geschehen und ging mit 5:4 in Führung. Dies verdankten die Gäste ihrer Deckung, die "am Anfang sehr gut stand". In der Folge verlief das Geschehen auf Augenhöhe. Dass der Tabellenführer gegen den Letzten spielte, war nicht zu erkennen. Zur Pause lag die Germania mit zwei Toren hinten "und es war immer noch machbar", wusste Hagemeyer.

Als würde den Gästen die Pause nicht gut bekommen, fanden sie nach dem Seitenwechsel nicht mehr zur Stärke des ersten Durchgangs. "Wir haben uns in der Kabine geschworen, nicht nachzulassen", berichtete Hagemeyer. Doch Kühnau kam besser aus der Halbzeit, erhöhte den Abstand und sorgte für gesenkte Köpfe bei Borne. "Es fehlte dann an Körpersprache und am absoluten Siegeswillen."

Erschwerend kamen die Verletzung von Ronny Schafflik und die Rote Karte für Benjamin Prosowski nach seiner dritten Zeitstrafe hinzu. So riss auf der rechten Seite eine Lücke auf, die nicht zu schließen war. Da half auch die überragende Leistung von Steffen Halfpap nichts, der mit zwölf Treffern, davon zehn aus dem Spiel heraus, bester Werfer wurde.

Hagemeyer lobte seinen Mitspieler Oliver Schulke, der "angeschlagen war, sich aber trotzdem voll reingehängt hat". Zeitgleich rügte er den Rest: "Es lag wieder nur an unserer Einstellung. Wenn es mal nicht läuft, lassen wir die Köpfe hängen." Ob es gehobenen Hauptes zum Sieg gereicht hätte, ist nicht klar. Aber: "Selbst eine knappere Niederlage gegen den Spitzenreiter wäre für die Psyche besser gewesen."

Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Lahne, Schulke (2), Schafflik (1), Neugebauer, Hagemeyer, S. Halfpap (12), Fink, Süssig (3), Scholz (5), Prosowski (1)

Siebenmeter: Kühnau 5/4 - Borne 6/4; Zeitstrafen: Kühnau 2 - Borne 6; Rot: Benjamin Prosowski (3x2 Minuten, 41.) -Borne-