Die derzeitige Weltmeisterschaft ist nicht genug: Die WM-Organisatoren wollten auch den Breitensportlern aus ganz Deutschland eine besondere Attraktion bieten - den Millenniums-Lehrgang in Bremen, an dem auch Athleten der Sport- und Karateschule Staßfurt teilnahmen.

Bremen (lto/chj) l Von Sonnabend bis Dienstag diente dieser besondere Karate-Lehrgang als eine Brücke vom Breiten- zum Leistungssport, bis es am Mittwoch mit den WM-Vorrundenkämpfen losging. Dieses Highlight konnten sich die Staßfurter Luca und Leon Geist, Felix Kuse, Lucas Herrmann, Luisa Brett, Tom Bothe, Jule, Katja sowie Lucas Tomischka nicht entgehen lassen und fuhren zum bisher größten Karate-Seminar ihres Lebens.

Der Millenniums-Lehrgang bot einfach alles, was es zu bieten gibt - und zwar für jeden. Egal, ob alt oder jung, Mann oder Frau, Wettkämpfer oder Breitensportler - man konnte sich den ganzen Tag über in allen Stilen und Varianten des Karate voll entfalten. Dies erfolgte auf acht Tatamis (Kampfflächen) mit jeweils völlig verschiedenen Angeboten.

Mit den 85 besten Trainern Deutschlands herrschten optimale Bedingungen vor, neue Ideen und Ansätze für die Übungseinheiten im heimischen Dojo aufzunehmen. Auf dem Trainingsplan standen Breitensport, traditionelle Varianten, Selbstverteidigung, Sound-Karate, Leistungssport und Gesundheitstraining - sogar auf den Behindertensport wurde eingegangen. Bei diesem Angebot war für jeden etwas dabei. Eine Besonderheit des Lehrgangs waren auch die vielen Nationalteams aus aller Welt, die man hautnah bei ihrer WM-Vorbereitung erleben konnte.

Die Sportler der Karateschule Staßfurt waren absolut begeistert. Die Einheiten beim Athletik-Trainer des Bundeskaders, Dr. Jürgen Fritsche, bereiteten den Bodestädtern nicht nur viel Spaß, sondern hatten es auch in sich.

Der Düsseldorfer Karate-Meister Shuzo Imai, Träger des 8. Dan (entspricht dem achten schwarzen Gürtel), fand ebenfalls große Anerkennung bei den Athleten. Mit 68 Jahren war der gebürtige Japaner immer noch so schnell in der Ausführung seiner Techniken wie jugendlich Wettkämpfer. Er führte sogar Studien über die Nutzung physikalischer Kräfte im Karate durch, um maximale Geschwindigkeit zu erreichen, und gewährte Einblicke.

Auch Fiore Tartaglia hinterließ bei Jule und Katja Tomischka einen bleibenden Eindruck. Er verhalf den Sportlern zum richtigen Verständnis und zur besseren Ausführung einer Technik. Rhythmusgefühl, Anspannung und Entspannung sind im Karate wichtig, genau wie das Denken - "den Augenblick genießen, jetzt leben", so Tartaglia.

Die Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, Efthimios Karamitsos (Kata) und Thomas Nitschmann (Kumite), hatten den größten Andrang an "Schülern". Luisa Brett sammelte unter anderen neue Erfahrungen in einer speziellen Selbstverteidigungs-Einheit für Frauen, die mit dem nötigem Ernst und einer Prise Humor gelehrt wurde.

Am letzten Tag fanden die Gürtelprüfungen statt. Tom Bothe bestand seine unter Thomas Prediger (5. Dan) erfolgreich zum 3. Kyu. Jule und Katja Tomischka legten erfolgreich ihre bisher längste und intensivste Prüfung zum 3. Kyu (1. brauner Gürtel) bei Fiore Tartaglia (6. Dan) ab. Tartaglia fand viele anerkennende Worte für die beiden Staßfurter Prüflinge und gab interessante Tipps für das weitere Training im heimischen Dojo. Mit den Worten: "Ihr seid ein gutes Duo" überreichte Tartaglia die Urkunden mit dem WM-Logo. "Diese Prüfung, verbunden mit dem Lehrgang, wird für mich immer etwas Besonderes bleiben", sagte Katja Tomischka.

Trainer Michel Olschewski freute sich ebenfalls, drei neue Dan-Träger im Verein zu begrüßen. Der 17-jährige Felix Kuse, Leon Geist und Lucas Herrmann bestanden ihre Prüfung zum 1. Dan unter Marcus Gutzmer (5. Dan). "Das viele Training und die gute Vorbereitung auf diese ganz spezielle Prüfung haben sich gelohnt. Ich bin überglücklich und erleichtert, dass alles so gut geklappt hat", sagte Felix Kuse.

Mit vielen neuen Eindrücken ging es für die Staßfurer wieder zurück. Allerdings nicht lange. "40 unserer Karatekas reisen dieses Wochenende wieder zu den Finalkämpfen nach Bremen. Bisher haben es zwei Deutsche in die Finalrunden geschafft. Wir fiebern via Internet mit und drücken die Daumen", sagte Tomischka.

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