Nachdem die Handballerinnen des HC Salzland 06 mit dem 20:27 bei Germania Fritzlar ihre dritte Niederlage in der 3. Liga einstecken mussten, wirft ein Blick in die Details die Frage nach der Gleichbehandlung auf.

Fritzlar/Staßfurt l So fiel etwa das Ungleichgewicht in der Strafenverteilung auf. Fritzlar bekam elf Siebenmeter zugesprochen, Salzland keinen. Fritzlar erhielt eine Zeitstrafe, Salzland acht, davon sah allein Paula Farken drei und musste folglich von der Platte. HCS-Coach René Linkohr verstand dieses Ungleichgewicht nicht, denn "Fritzlar hatte auch zugepackt". Als er es gegenüber den Unparteiischen Gunnar Beyer und Thomas Schulte ansprach, stieß er auf taube Ohren, beklatschte dies und sah dafür die Rote Karte.

Germania-Trainer Detlef Kleinmann sah keine Benachteiligung der "Wildgänse", er fand einen anderen Grund für die ungleich wirkende Strafenverteilung. "Das Problem der Salzländerinnen war, dass sie uns in der Abwehr zu spät angenommen haben. Sie haben zum Teil sogar die Nerven verloren und uns nicht immer regelkonform gestoppt. Dadurch kamen die vielen Zeitstrafen und Siebenmeter zustande." Seine Mannschaft hingegen trat frühzeitig heraus, ließ die "Wildgänse" gar nicht erst in die Nahwurfzone kommen, wo es bei Fouls Zeitstrafen und Strafwürfe gegeben hätte.

Trotz des Unverständnisses über die Strafen stellte Linkohr klar, dass die "Wildgänse" nicht aufgrund der Schiedsrichter-Leistung verloren haben. "Der Gegner hat zurecht gewonnen." Die eigene Fehlerquote - vor allem im Passspiel - sei die Wurzel des Übels gewesen. "Mit einer normalen Leistung wären wir in der Lage gewesen, eine spannendere Partie zu liefern." Doch so verlief es über weite Strecken recht eindeutig für den Tabellenführer.

Kleinmann sah auch, dass sich die Salzländerinnen "Mitte der zweiten Hälfte aufgaben und nicht mehr gebissen haben". Seine Taktik des frühen Störens ging auf und erzwang damit viele Abspielfehler, was sich in der Moral der Gäste niederschlug. "Wenn Salzland ein bisschen disziplinierter agiert hätte, wäre es sicherlich eng geworden." Auf jeden Fall freut sich Kleinmann bereits auf das Rückspiel und "ein kleines Schwätzchen mit René Linkohr". Der HCS-Coach will indes der Niederlage gar nicht lange nachtrauern - "das ist nicht meine Philosophie". Schließlich spielte die Konkurrenz für den HCS, der trotz Auswärtspleite auf Rang fünf bleibt. Die vergebenen Punkte sollen nun "in unserem Zuhause", der Paul-Merkewitz-Halle, gegen die HSG Osterode Harz wieder eingeholt werden.