Dass im Handball auswärts 36 Tore nicht ausreichen müssen, um erfolgreich zu sein, dass bewies der HV Rot-Weiss Staßfurt II in der Verbandsliga. Das Team von Mario Kutzer unterlag dem SV Friesen Frankleben 36:43 (14:21).

Frankleben l Allmählich wird die Verbandsliga-Luft dünn für die Rot-Weissen. Die Niederlage in Frankleben war bereits die sechste für den Absteiger aus der Sachsen-Anhalt-Liga und bedeutete zeitgleich den ersten Saisonsieg für die Gastgeber, die bis dato am Tabellenende standen. Nun trennt beide Teams nur noch ein Punkt.

Dass es selbst beim Liga-schlusslicht nicht für etwas Zählbares reichte, lag vor allem an der Staßfurter Defensive. "Es war eine Frage der Deckung", sagte Kutzer. "Wir haben hinten nicht zusammengearbeitet. Es war teilweise zum Verzweifeln." Immer wieder wurden Franklebens Außenspieler Tür und Angel geöffnet, die die Räume dankend annahmen. Auch die beiden Staßfurter Keeper Jan Stein und Andreas Jesse fanden dagegen kein geeignetes Rezept.

Doch vielmehr als die Außen setzte den Gästen Steffen Holzapfel zu. Obwohl er in Manndeckung genommen wurde, markierte er insgesamt sage- und schreibe 21 Treffer und entschied die Partie quasi im Alleingang. "Er war viel in Bewegung, wirbelte permanent hin und her", sagte Kutzer. "Ohne Holzapfel hätte Frankleben wohl nicht gewonnen. Er hat fast die Hälfte der Tore erzielt."

Holzapfel und die brüchige Staßfurter Defensive sorgten dafür, dass Franklebens Sieg praktisch nie in Gefahr war. Die Gäste waren im ersten Durchgang zwar mehrmals bis auf einen Treffer dran, ließen jedoch immer wieder die Zügel schleifen, sodass die Gastgeber nachlegen konnten. Im zweiten Abschnitt kamen die Staßfurter nicht dichter als auf drei Tore heran.

Dem HVS II stehen nach einem spielfreien Wochenende zwei Heimspiele bevor. Sowohl gegen Erdeborn als auch gegen Jessen müssen nun Punkte her, um dem Negativtrend zu trotzen. Denn: "Eigentlich gehören wir in der Tabelle nicht nach unten", so Kutzer.

HV Staßfurt II: J. Stein, A. Jesse - A. Stein (1), Berger (4), T. Jesse (7/5), Korin, Loose (4), Panzer (2), Spadt (8), Rösler (10)

Siebenmeter: Frankleben 4/4 - Staßfurt II 5/5; Zeitstrafen: Frankleben 4 - Staßfurt II 4