Auf die Handballerinnen des HC Salzland 06 wartet morgen ab 16 Uhr eine komplizierte Aufgabe in der 3. Liga. Denn mit der HSG Osterode-Harz reist ein Kontrahent in die Staßfurter Paul-Merkewitz-Halle, der nur sehr schwer einzuschätzen ist.

Staßfurt l Als Achtplatzierter weisen die Gäste mit drei Siegen, vier Niederlagen und einem Unentschieden eine ähnliche Bilanz wie der HCS auf. Doch in den Resultaten der HSG steckt deutlich mehr Inkonstanz. Curt-Conrad Schindler aus dem Osteröder Trainergespann mit Roland Friebe bezeichnet das eigene Leistungspensum als "manchmal Bundesliga, manchmal Kreisklasse". So schlugen die Gäste etwa Blomberg-Lippe II mit 28:27, unterlagen aber Minden Nord mit 18:27.

Diese Schwankungen erschwerten Salzlands Trainer René Linkohr die Vorbereitung. "Es ist nicht leicht, sich auf die HSG einzustellen." Gegen Bad Salzuflen unterliefen den Gästen aus dem Harz viele Fehler. Diese werden ihnen bei der selbsternannten "Bundesliga-Form" jedoch nicht passieren, was die Analyse und Vorbereitung erschwert. Doch auch die "Wildgänse" produzierten jüngst in Fritzlar zu viele Fehler, vor allem im Passspiel.

Um gegen die HSG zu bestehen, wird nicht nur das Ausmerzen der eigenen Fehlerquote nötig werden, vor allem wird die Salzländer Defensive wieder Normalform zeigen müssen. Läuft diese wieder zur Höchstform auf, "werden wir darauf reagieren müssen", sagt Schindler. Er weiß um die Stärken des HCS. Dafür fordert er "Angriffe ohne schnelle Ballverluste", von denen es gegen Bad Salzuflen zu wenig gab, "wo wir zu überhastet waren".

Laut Schindler liegt die große Stärke der HSG in der Ausgeglichenheit. "Wir haben keine Sieben, die 50 Minuten spielt. Es gibt bei uns keinen Superstar, der viele Tore erzielt. Wir sind durch die Bank weg gut besetzt, was uns unberechenbarer macht." Darauf wird sich wiederum Linkohr einstellen müssen. Um die Gäste zu verwirren und vom ligaweiten Ruf der aggressiven 6-0-Deckung abzuweichen, verriet der HCS-Coach, dass er die "Abwehr variabel aufstellen" will.

Beide Trainer wissen um die taktische Vielfalt und die Anfälligkeit für Fehler im eigenen Team. Entsprechend zurückhaltend blicken beide auf die morgige Partie. "Ich hoffe auf einen Vergleich auf Augenhöhe. Unser Ziel ist ein Unentschieden. Aber das könnte auch nach oben oder unten ausschlagen", sagte Schindler. Linkohr erklärte, dass "in dieser Liga alles möglich ist. Aber nach Auswertung unserer Fehler in Fritzlar wollen wir in unserer Halle nachlegen. Aber nur mit Einsatz und Kampf werden zwei Punkte möglich sein."