Viertelfinale und ein Derby - was die insgesamt 79 Zuschauer des Salzlandpokal-Spiels zwischen den Fußballern des Egelner SV Germania und der TSG Unseburg/Tarthun veranlasste, ins Egelner Walstadion einzuziehen, bedeutete zumindest für die Unseburger keine optimale Situation. Und dies sollte sich auch bestätigen, den die TSG schied mit 1:2 (0:1) aus.

Egeln l Zwei Sachen störten Tino Kirst, Trainer von Unseburg/Tarthun, in dieser Partie durchweg: der Boden und die Chancenverwertung seiner Mannschaft. "Beides war katastrophal. Aber mit diesen Platzverhältnissen kann man kaum anständig Fußball spielen."

Die Egelner kamen auf dem heimischen Rasen besser zurecht und hatten schon in der ersten Minute eine Riesenchance. Unseburgs Keeper Sebastian Weißke war bereits kurz nach Anpfiff das erste Mal gefragt.

Danach beruhigte sich das Geschehen zunächst, bevor dann die Gäste eine gute Gelegenheit zum Führungstreffer hatten. Nun waren beide Mannschaften im Pokalspiel angekommen. Die Zuschauer durften rassige Zweikämpfe bestaunen, die aber trotz aller Verbissenheit immer fair geführt wurden. Die Egelner hatten auch hier leicht die Nase vorn, ließen sich den Ball nicht so leicht abnehmen.

Das gewonnene Leder wurde prompt nach vorn geschickt. So tauchten in der 28. Minute drei Egelner vor dem TSG-Kasten auf. Ein schneller Ballwechsel, ein hoher Pass auf Andreas Janott und es stand 1:0 für die Gastgeber.

Dies verunsicherte die Unseburger zusätzlich. So spielte sich das Geschehen zehn Minuten lang fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste ab. Aber kurz vor Ende der ersten Halbzeit erzeugte die TSG noch einmal Druck und versuchte, mit verschiedenen Kombinationen den Ausgleich zu erzielen. Es gelang ihr jedoch nicht und mit dem 0:1-Rückstand ging es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit war Unseburg/Tarthun sofort präsent und hatte gleich zwei gute Möglichkeiten. Beide Male segelte der Ball über das Tor. Aber auch bei der Germania zog nun der Schlendrian ein. So wurde etwa ein sehr guter Pass von rechtsaußen in den Strafraum nicht verwertet, weil einfach zu spät reagiert wurde.

In der Folge entwickelte sich ein eher zähes Spiel, in dem die Bälle fast nur hin und her geschlagen wurden. Erst das 2:0, erneut von Janott erzielt, als dieser vor dem Strafraum abzog, brachte wieder etwas mehr Klasse ins Spiel.

Unseburg/Tarthun versuchte weiterhin viel, aber erst in der 86. Minute belohnte sich das Team mit dem Ehrentreffer. José Mundt traf durch einen langen Ball.

Sören Leßmann, Coach des ESV, war happy. "Wir sind zufrieden. Die Jungs haben eine gute Vorstellung gezeigt, aber wenn ein Pokalspiel auch noch ein Derby ist, dann ist man doppelt motiviert." Leßmann erklärte zudem, dass "die Mannschaft wesentlich befreiter aufspielen konnte als in der Salzlandliga." Egeln steht nun im Halbfinale. Im vergangenen Jahr erreichte der ESV das Finale und musste sich dort dem Schackstedter SV geschlagen geben. "Das Endspiel war nicht unser Ziel, aber wenn es wieder so kommen sollte, nehmen wir das gerne mit", fügte der Egelner Trainer hinzu.

Egelner SV Germania: Schramm - Wolf, Schmidtke, J. Bauer, S. Bauer (67. König), Ruge, Jannot (79. Rohde), Michael (90. Siegl), Steffen Bohne, Steven Bohne, Bunde

TSG Unseburg/Tarthun: Weißke - van der Velde, Stanko, Evert, Fräßdorf, Karasch (45. Gilz), Winter, Mundt, Kowalksi, Wichmann (81. Karasch), Gronau

Tore: 1:0, 2:0 Andreas Jannot (28., 59.), 2:1 José Mundt (86.); SR: Sebastian Schulz (Peißen); ZS: 79