Hätte die Partie des HV Rot-Weiss Staßfurt gegen den Zwickauer HC Grubenlampe am Sonntag stattgefunden, wäre sie ein guter Ersatz für den "Tatort" im Fernsehen gewesen. Denn an Spannung war die Begegnung in der Mitteldeutschen Oberliga kaum zu überbieten. Doch trotz personeller Engpässe und angeschlagener Spieler setzten sich die Staßfurter Handballer am Ende ganz knapp mit 26:25 (15:15) durch und unterstrichen damit ihre Heimstärke.

Von Nadja Reichert

Staßfurt lDabei sahen die ersten Minuten gar nicht nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Der HVS präsentierte sich souverän und legte gleich mit drei Treffern vor. Die kompakt stehende Deckung erschwerte es Grubenlampe zunächst, selbst Tore zu erzielen. Doch nach den ersten fünf Minuten zeigte sich dann doch, dass nicht alle Staßfurter bei 100 Prozent waren. Der 3:0-Vorsprung schmolz schnell, dennoch behielten die Gastgeber bis zum 8:7 die Nase knapp vorn.

Staßfurts Co-Trainer Andreas Stops nahm eine Auszeit und rief seinen Schützlingen noch einmal die besprochenen Vorgaben ins Gedächtnis. Zunächst zeigten seine Worte auch Wirkung und der HVS legte erneut mit drei Toren zum 10:7 vor. Aber der ZHC blieb hartnäckig und kam erneut heran.

Ein Grund dafür waren zum einen Staßfurts Fehler und Fehlwürfe, zum anderen waren die Zwickauer auch körperlich leicht überlegen. So glichen die Gäste kurz vor der Pause erst zum 12:12 aus und gingen zum 14:13 in Front. Staßfurt rettete ein 15:15-Unentschieden, bevor es in die Kabine ging.

Auch die zweite Halbzeit verlief auf Augenhöhe. Nun produzierten auch die Gäste immer mehr Fehlwürfe. In der Deckung agierten beide Mannschaften allerdings aggressiver, was sich in den Zeitstrafen niederschlug. Gab es in der ersten Hälfte keine, kassierten beide Teams nun vier.

Zum anderen führte die härtere Abwehrarbeit auch dazu, dass gut fünf Minuten gar kein Treffer fiel. So erzielte Sebastian Scholz den 17:17-Ausgleich. Ab diesem Stand ging es nur noch auf und ab, keine Mannschaft konnte sich auf mehr als zwei Treffer absetzen.

Die Zuschauer bekamen dabei einige gute Szenen geboten. So konnte etwa ein schneller Konter der Zwickauer gestoppt und der Ball erobert werden. Im Tor sorgten Sebastian Schliwa und Patrick Tuchen für tolle Paraden, "obwohl beide angeschlagen waren", erklärte Stops und lobte gleichzeitig das Engagement seiner Keeper. So entschärfte Tuchen gleich zwei Würfe hintereinander.

Vorn im Angriff sorgten vor allem Alexander Ernst, Nils Hähnel und Stefan Secara für viel Freude beim Publikum. Ernst brachte den HVS durch schnelle Konter zweimal in Führung. Secara steuerte sechs, Hähnel sieben Treffer bei.

Allerdings gab es auch einige Szenen, in denen die Staßfurter nicht gut aussahen. So sorgten Schrittfehler beispielsweise dafür, dass Konter-Aktionen von den Unparteiischen abgepfiffen wurden. Zudem waren die Gastgeber nicht schnell genug im Umkehrspiel oder konnten sich in der Deckung nicht schnell genug formieren.

So wurden die letzten Minuten noch einmal eine echte Nervensache. Sie begannen für die Gastgeber sehr unglücklich, als gleich zwei Staßfurter mit Zeitstrafen von der Platte musste. In doppelte Unterzahl gelang es dem HVS aber dennoch das 23:22 und 24:22 zu erzielen. Zwickau nutzte in der Folge aber die nun schwach besetzte Deckung des Gegners und glich wieder zum 24:24 aus. Doch dann verwarf Grubenlampe, Staßfurt setzte zum Konter an und traf - 25:24. Die Fans erhoben sich von ihren Plätzen und feuerten ihre Mannschaft laustark an. Der HVS, inzwischen wieder in Vollbesetzung, konnte den erneuten Ausgleich nicht verhindern, im Gegenzug dann aber das 26:25 erzielen. Der ZHC setzte nun im Angriff auf schnelle Ballwechsel, konnte sich damit auf der rechten Seite durchsetzen. Doch Tuchen parierte sowohl den Wurf als auch den zweiten Versuch.

"Es war ein Arbeitssieg, der zum einen durch unsere Personallage, zum anderen aber durch unsere Fehler zustande kam", resümierte Stops. "Wir haben unsere Vorgaben nicht so umgesetzt, wie wir es wollten. Außerdem waren wir heute wirklich sehr unkonzentriert im Abschluss. Das war ärgerlich." Lob sprach der Co-Trainer allerdings Ernst und Secara aus. "Alexander hat die Vorgaben in der zweiten Hälfte zumeist umgesetzt und Stefan war mit seiner Schnelligkeit heute ein sehr wichtiger Mann."

HV Rot-Weiß Staßfurt: Schliwa, Tuchen - Dittmar, Fuhrmann, Dietze, Ortmann (1), Mennecke, Ernst (3), Rach (3), Engelhardt, Hähnel (7), Scholz (2), Rindert (3), Secara (6)

Siebenmeter: Staßfurt 1/0 - Zwickau 0/0; Zeitstrafen: Staßfurt 4 - Zwickau 4