René Linkohr, Trainer des HC Salzland 06, wollte unbedingt den "Doppelerfolg" und nach dem Sieg gegen die HSG Osterode Harz nachlegen - und dieser unbedingte Wille ging auf. Denn seine Handballerinnen setzten sich bei HSV Minden-Nord mit 26:23 (15:9) durch und festigten damit den vierten Platz in der 3. Liga.

Von Christian Jäger

Minden l Linkohr war zwar aufgrund einer Sperre zum Zuschauen gezwungen, stimmte sich aber in allen Fragen mit Co-Trainer Daniel Schmidt ab. So bekam etwa Anika Lorf ihre Chance im Kasten und nutzte sie mit 18 Paraden auch. Sie hatte zuletzt wenig Einsatzzeiten. Linkohr freute auch, dass Josephine Klauß in dieser Entscheidung voll hinter ihrer Konkurrentin stand und von außen tatkräftig half. "Das war schön zu sehen." Doch der Sieg lag nicht etwa an Lorfs Paraden. Vielmehr war es eine "gute Mannschaftsleistung. Es wurde sich auch geholfen, wenn mal einer gepatzt hat", lobte Linkohr.

Doch es war nicht alles rosig. So wollten die "Wildgänse" versuchen, aus der 6-0-Deckung heraus Ballverluste zu erzwingen und diese in schnelle Gegenstöße umzumünzen. Dies gelang nicht immer. Auch im Positionsangriff kam der Coach erneut zu der Ansicht, dass "wir weiter daran arbeiten müssen, mehr Dynamik zu erzeugen und mehr an die Grenzen zu gehen". Mit neun Treffern schien allerdings Stephanie Jäger an ihre Grenze gegangen zu sein. "Sie steigert sich stetig", sagte Linkohr. Jäger markierte neun Treffer. Hinzu kam Justine Schmitz, die von der Siebenmeter-Linie Sicherheit ausstrahlte.

Ohne Glanz, dafür aber mit viel Aufwand

Alles in allem entwickelte sich so kein Glanzstück, vielmehr war es "ein hartes Stück Arbeit". Anfangs tasteten sich beide Seiten ab, ehe sich die Gäste zum 10:7 absetzen konnten. "Zu dem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass wir der Partie unseren Stempel aufdrücken konnten." In der Folge lagen die "Wildgänse" meist mit ein bis drei Toren vorn und brachten den Vorsprung schließlich über die Runden.

"Wir wollten auswärts nachlegen. Der Sieg war wichtig für unser Ego", sagte Linkohr, der nicht nur mit seinen Schützlingen, sondern auch mit den Unparteiischen Thorsten Heinkel und Matthias Hochsprung zufrieden war. Der Coach sprach von der bis dato besten Schiedsrichter-Leistung. Doch ausruhen wollen sich die Salzländer auf dem Sieg nicht. "Wir freuen uns über die beiden Punkte und darüber, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Aber nun haben wir bereits Rohrsen im Kopf." Der MTV reist am Sonntag ins Ascherslebener Ascaneum.

HSV Minden-Nord: Sandmann, Kaiser - Schuck (2), Liebsch (2), Neppert, Benecke (2), Woebking (11/6), Knicker (3), Wohlfromm (3), Rodehau, Viering, Schwier

HC Salzland 06: Lorf, Klauß - Schwarz (3), Beck, Rosiak (2), Schmitz (8/4), Retting (1), Geipel, Jäger (9), Farken, Knappe, Sachse (2), Göpel, Schüler (1)

Siebenmeter: HSV Minden-Nord 6/6 - HC Salzland 06 5/4; Zeitstrafen: HSV Minden-Nord 0 - HC Salzland 06 3