Nach fünf Niederlagen in Folge des HV Staßfurt II war der 33:24 (15:11)-Erfolg über Fichte Erdeborn wichtig, um in der Handball-Verbandsliga nicht den Anschluss zu verlieren. Einer der wichtigsten Bausteine war dabei Schlussmann Jan Stein. Um von einem geplatzten Knoten zu sprechen, ist es aber noch zu früh.

Staßfurt l Gleich mit der ersten Aktion verdeutlichte Stein seine Form. Er wehrte Erdeborns Angriff ab und ermöglichte Karsten Berger den Führungstreffer. Mit zwei weiteren Paraden und einem vereitelten Siebenmeter stellte der Staßfurter Schlussmann die Weichen für den starken Auftakt seiner Mannschaft. Zwar blieb es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber die Gastgeber hatten stets die passende Antwort parat und damit die Nase vorn.

Stein behielt seine gute Form über 60 Minuten bei. "Eigentlich wollte ich auch Andreas Jesse einsetzen", erklärte Trainer Mario Kutzer. Aber Stein überzeugte ihn auf ganzer Linie, sodass kein Anlass für einen Wechsel gegeben war. "Andreas hat das verstanden. Die Mannschaft steht im Vordergrund."

Genau diese Einstellung war es auch, die die Staßfurter vorantrieb. Denn alle zogen an einem Strang und stellten selbst die sonst immer wieder einkehrende "Mecker-Mentalität" in den Hintergrund. "Ich habe zu den anfälligen Spielern gesagt, dass sie meckern dürfen, wenn ihre Leistung stimmt - und nur dann", sagte Kutzer. Zwar stimmte die Leistung, aber es ließ sich keiner verleiten. "Die Disziplin war sehr gut."

Diese behielten die Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel bei, was bislang nicht immer der Fall war. "Ich habe in der Kabine angesprochen, dass wir schon mehrfach zur Pause geführt und am Ende verloren haben, wir also genau so wie in Hälfte eins weitermachen mussten." Kutzer hatte in böser Erinnerung, dass schon häufiger Vorsprünge schmolzen. Und auch gegen Fichte sah es danach aus, denn die Gäste verkürzten zum 14:15. Doch das Staßfurter Nervenkostüm hielt stand. "Wir haben dann konstant weitergespielt."

So ließen die Rot-Weissen nichts mehr anbrennen, agierten konzentriert weiter und fuhren schließlich den dritten Saisonsieg im neunten Spiel ein. "Das tat richtig gut", gab Kutzer zu. Der Abstand zum Tabellenkeller konnte nun etwas ausgebaut werden.

Neben dem hervorragenden Keeper bewährte sich auch ein weiterer Staßfurter. Kutzer ging ein Experiment ein und ließ Thomas Jesse auf Deckungsspitze agieren. Mit seinen langen Armen konnte er viele Situationen entschärfen. Außerdem wurde Christian Gödde auf halb rechts positioniert, da er "auch mal ordentlich zupackt".

All dies zahlte sich aus, führte schließlich zu diesem wichtigen Erfolg. Doch dieser ist nur etwas wert, wenn es der Anfang war. "Die nächsten vier Spiele sind ganz wichtig. Wir müssen punkten, um uns im Mittelfeld abzusetzen. Dafür müssen wir jetzt den Schwung mitnehmen", fordert Kutzer.

HV Staßfurt II: J. Stein, A. Jesse - Rösler, A. Stein (4), Berger (3), T. Jesse (14(6), Korin (2), Gödde (5), Jedlitschka, Loose (1), Ilgenstein (1), Spadt (3)

Siebenmeter: Staßfurt II 6/6 - Erdeborn 12/7; Zeitstrafen: Staßfurt II 7 - Erdeborn 3; Rot: Andreas Ebeling (Foulspiel, 37. Minute) -Erdeborn-