Im Spitzenspiel der 3. Liga treten die Handballerinnen des HC Salzland 06 heute ab 17.30 Uhr beim HSV Marienberg an. Obwohl die "Wildgänse" mit drei Siegen im Rücken gestärkt anreisen, scheinen die Gastgeber leichte Vorteile zu haben.

Staßfurt/Marienberg l Salzland-Trainer René Linkohr zählt Marienberg neben Kirchhof und Fritzlar zu den Teams, die den Staffelsieg unter sich ausmachen werden. Das liegt zum Großteil daran, dass der HSV über ein gewaltiges Spielerpotenzial verfügt. Die Gastgeber aus dem Erzgebirge haben erfahrene Akteure in ihren Reihen. Viele von ihnen sammelten Erfahrungen in verschiedenen ersten Ligen Europas, darunter Ungarn, Tschechien, die Slowakei oder Litauen. Zum Teil sammelten die Marienbergerinnen auch Erfahrungen im Nationaltrikot ihres jeweiligen Landes, wie etwa Dominika Selucká (Slowakei) oder Evelina Kalasauskaite (Litauen). "Die internationale Spielerfahrung könnte ein Vorteil sein", weiß Linkohr. Doch die Rechnung darf nicht ohne Silke Sowa gemacht werden, die seit 1983 ihre Schuhe für den HSV schnürt und dort schon alles erlebte.

Aber auch die Salzländerinnen müssen sich nicht verstecken. Immerhin stellen sie mit nur 253 Gegentoren die stärkste Defensive der Liga. Und da die Gastgeberinnen trotz aller Erfahrungen auch nur mit Wasser kochen, fordert Linkohr: "Wir dürfen uns nicht damit befassen, wer auf dem Parkett steht."

Viel wichtiger als das gegnerische Personal ist die gegnerische Taktik. Marienberg hat einen großen Kader, aber kleinen Stamm, der den Großteil der Spiele absolviert. Dabei beherrscht das Team das Umkehrspiel. Außerdem verfügt der HSV bis auf Evelina Kalasauskaite über keinen wirklichen "Shooter" im Rückraum.

Linkohr weiß, was die Gastgeberinnen können. Er weiß aber auch, wozu seine Mannschaft in der Lage sein kann. "Wir wollen mit viel Widerstand auf Tuchfühlung bleiben. Wir müssen es schaffen, eine sichere Abwehr auf das Parkett zu bekommen. Wenn dazu eine solide Torhüterleistung kommt und wir in der Offensive besonnen agieren, sind wir in der Lage, Marienberg zu ärgern." Trotz der Kenntnis über die eigenen Stärken betont der Trainer, dass der HSV "in eigener Halle Favorit ist. Aber wir wollen das Maximale herausholen, werden dafür aber über unsere Kräfte hinausgehen müssen."

Linkohr selbst wird das Geschehen erneut von der Tribüne aus verfolgen müssen. Nach wie vor sitzt er seine Sperre ab. Doch nach zwei Siegen, in denen Co-Trainer Daniel Schmidt die Zügel in der Hand hatte, scheint das kein entscheidender Nachteil zu sein. "Die Absprachen mit Daniel funktionieren sehr gut."

Fans des HC Salzland 06 können ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel beim HSV Marienberg begleiten. Der Bus fährt um 12 Uhr von der Staßfurter Post ab.