Die Fußballer des SV Förderstedt nahmen sich unabhängig vom Ausgang der Landesliga-Partie gegen Union Heyrothsberge vor, den Magdeburger Weihnachtsmarkt zu besuchen. Doch statt mit gesenkten Köpfen am Glühweinstand zu verweilen, durfte nach dem 6:2 (2:2)-Erfolg ausgiebig gefeiert werden.

Förderstedt l Es war das letzte Spiel der Hinrunde und wichtiger denn je. Spieler-Trainer Jens Liensdorf sprach im Vorfeld von einem "Sechs-Punkte-Spiel". Und entsprechend trat der SVF auf, auch wenn er zunächst mit 0:2 ins Hintertreffen geriet.

Da Maik Binnebößel arbeitsbedingt nicht das Förderstedter Tor hüten konnte, rückte Marco Janich in den Kasten. "Wir wissen um seine Torwartqualitäten und hatten keine Bedenken, ihn hinten reinzustellen", sagte Vereinspräsident Thomas Conrad. Doch am 0:1 war er nicht unbeteiligt, denn sein Pass auf einen Vordermann war zu kurz, was Union dankend annahm. Und auch am 0:2 war er beteiligt, denn er verursachte einen Foulelfmeter. Nach Conrads Ansicht ertönte der Pfiff jedoch zu Unrecht. "Marco spielte den Ball. Der Heyrothsberger springt über ihn und schreit."

Unterm Strich sollte sich diese Schiedsrichter-Entscheidung nicht rächen, denn der 0:2-Rückstand rüttelte den SVF auf. Allen voran Liensdorf, "der ordentlich Ballett gemacht hat und der Initiator war". So trafen Marc Burdack und Lucas Dübecke noch vor der Pause zum Ausgleich. "Das war optimal", wusste auch Conrad.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber keinen Zweifel mehr daran aufkommen, dass sie um jeden Preis gewinnen wollten. Heyrothsberge ließ sich in die eigene Hälfte drücken und fand kaum Mittel gegen den Förderstedter Sturmlauf.

Der SVF belohnte sich mit vier weiteren Treffern - und es hätten mehr werden können. Doch angesichts der bis dato mageren Ausbeute von zwölf Treffern mag das nach Meckern auf hohem Niveau klingen. "Sechs Tore in einem Spiel, das war für uns wie Weihnachten." Vor der Partie merkte Liensdorf noch an, dass der Mannschaft ein "Goalgetter" fehlt, nun trugen sich gleich vier Förderstedter in die Torschützenliste ein.

Obwohl der Jubel über die drei Punkte nach Abpfiff kaum Grenzen kannte, weiß der SVF um die Situation. "Ich hoffe, dass das keine Eintagsfliege bleibt. An diese Euphorie müssen wir anknüpfen", fordert Conrad. "Wir müssen Konstanz reinbekommen." Der Präsident macht keinen Hehl daraus, dass Förderstedt auch von den Resultaten der Konkurrenz profitiert. So schlug etwa Schlusslicht Tangermünde Aschersleben mit 5:1, wodurch es im Keller weiter eng bleibt. "Wir haben nun zwölf Punkte. Bis zum zehnten Platz sind es nur vier Punkte, das motiviert natürlich auch die Mannschaft", weiß Conrad. Auf jeden Fall zog er aus dem Sieg das Fazit, dass "wir das Potenzial haben, in dieser Liga mitzuspielen".

SV Förderstedt: Marco Janich - Liensdorf, Früchtel, C. Conrad, Müller, Abram (46. Marcus Janich), Dübecke, Burdack (80. Siebert), Strobach, Herrler (82. Buschke), Bolze

Tore: 0:1 Marcus-Antonio Bach (7.), 0:2 Maik Hoppe (27., FE), 1:2 Marc Burdack (36.), 2:2 Lucas Dübecke (44.), 3:2 Marcus Bolze (51.), 4:2 Marc Burdack (70.), 5:2 Lucas Dübecke (75.), 6:2 Philipp Früchtel (83.); SR: Falk Warnecke (Magdeburg), ZS: 66

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