Das Spitzenspiel der Salzlandliga zwischen der TSG Unseburg/Tarthun und dem 1. FSV Nienburg wies einige Parallelen mit dem Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Deutschland auf. Zwei Top-Teams trafen aufeinander, der Ausgang war völlig offen. Und genau wie die Nationalmannschaft bejubelte auch die TSG über einen 7:1 (4:1) Sieg.

Unseburg (hla/chj) l Das Spitzenspiel endete mit einem Debakel für den bisherigen Klassenprimus. Er war in dem stets fairen Match mit den sieben Gegentoren sogar noch gut bedient. "Es hätten nochmal sieben Tore werden können", sagte TSG-Coach Tino Kirst.

Der Gastgeber war sofort hellwach und setzte alle Vorgaben des Trainers um. "Taktisch war das fast perfekt. Nienburg hat so gespielt, wie wir es uns vorgestellt haben und hatte deswegen keine Chance." Durch starkes Zweikampfverhalten wurde immer wieder der Ball erobert und sofort mit schnellem Umkehrspiel über die Flügel nach vorn gebracht. "Der Schlüssel lag im Mittelfeld", sagte Kirst. Dort machte der Coach das Nienburger Prunkstück aus, dort wollte er ansetzen - "und wir haben das Mittelfeld kalt gestellt und nach Ballgewinn schnelles Umkehrspiel ohne Ende aufgezogen." Die TSG provozierte Fehler und bestrafte diese eiskalt. Vor allen die Flügelzange um José Mundt und Julien Karasch bekam der Gast nur selten zu fassen. So war zur Pause schon eine Vorentscheidung gefallen. Dreimal traf Tobias Gronau, zwischenzeitlich erzielte Marcel Schulze den 1:2-Anschlusstreffer. "Das 3:1 war ganz wichtig. Das war der Nienburger Knackpunkt. Dann erzielten wir das 4:1 - der Drops war gelutscht", blickte Kirst zurück.

Nach dem Seitenwechsel drosselte die TSG das Tempo ein wenig, büßte dabei aber nichts an Dominaz ein, während Nienburg in Harmlosigkit verfiel. Die Unseburger beherrschten weiterhin das Geschehen, indem sie das Mittelfeld kontrollierten. "Wir haben den Gegner weiterhin nicht ins Spiel kommen lassen und unsere eigenen Stärken umgesetzt." Dabei sprangen Chancen heraus, die noch für zwei weitere Spiele gereicht hätten. Deren Verwertung war das einzige Manko, dass die TSG aufkommen ließ - trotz sieben Treffern.

"Man hofft natürlich, dass eine Partie in diese Richtung geht. Aber mit diesem Ausgang war nicht zu rechnen", sagte Kirst. Er sprach von der besten Saisonleistung neben dem 5:0-Erfolg über den SV Rathmannsdorf. Dabei ging es ihm weniger um die Tore, sondern viel mehr um die Umsetzung der taktischen Marschroute.

Mit nunmehr 48:19-Toren übernahm die TSG wieder die Tabellenführung. Angesprochen auf den möglichen Aufstieg in die Landesklasse, winkte Kirst ab. "Wir haben 35 Punkte auf dem Konto. Wenn noch 15 dazukommen, ist unser Ziel erreicht. Erst dann kann über alles Weitere nachgedacht werden."

Unseburg/Tarthun: Weißke - P. van der Velde, Wallborn, Kowalski, Hackel, Evert, Gronau (74. C. Karasch), Fräsdorf, J. Karasch (76. Wichmann), Winter (84. Stanko), Mundt

Nienburg: Held - Krebs, Hechler, Donath, Schulze, Thiele (46. C. Schmidt), O. Schmidt, Schmilorz, Adam, Labbert, Schumann

Tore: 1:0, 2:0 Tobias Gronau (11., 13.), 2:1 Marcel Schulze (19.), 3:1Tobias Gronau (26.), 4:1 Denis Winter (44.), 5:1, 6:1 Julien Karasch (73., 75.), 7:1 Jose Mundt (FE, 90.); SR´in: Remus (Hecklingen), ZS: 95