Wittenberg (chj) l Im letzten Verbandsliga-Spiel des Jahres mussten die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II eine 25:27 (12:15)-Niederlage beim SV Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz hinnehmen. Doch statt über die vertane Chance zu hadern, auf den sechsten Tabellenplatz zu klettern, waren die Gäste mit ihrer Leistung zufrieden. Schließlich reisten sie in Personalnot an.

Lediglich sieben Feldspieler standen den Staßfurtern zur Verfügung. Dagegen schien im Tor mit Jan Rösler, Andreas Jesse und Jan Stein ein wahres Luxusproblem zu herrschen. Doch Stein fungierte eher als ordnende Hand von außen, denn auch Trainer Mario Kutzer fehlte krankheitsbedingt.

Dennoch fand der HSV II gut ins Geschehen, "auch wenn wir wie immer die ersten fünf Minuten verschlafen haben", wie Andreas Stein zurückblickte. Es hat schon fast Tradition. Nach überstandener Schlafphase agierten die Gäste auf Augenhöhe. "Wir haben Wittenbergs Abwehr ordentlich auf Trab gehalten", sagte Andreas Stein. Das lag vor allem am flüssigen Kombinationsspiel.

Doch kurz vor der Pause setzte es Zeitstrafen. "In Unterzahl konnten wir wenig ausrichten." So ging es mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine, in der Jan Stein und Routinier Karsten Berger ihren Coach stimmlich vertraten.

Nach dem Seitenwechsel holten die Staßfurter auf, glichen sogar zweimal aus (19:19, 20:20). Doch wie im ersten Durchgang durchkreuzten Zeitstrafen die Pläne. Zehn Minuten vor Schluss, als alles offen schien, mussten Andreas Jesse und Steve Ilgenstein von der Platte, was sich rächen sollte. In doppelter Unterzahl "sind wir dann auf dem Zahnfleisch gekrochen", so Andreas Stein. Die Gastgeber wechselten munter durch und verschärften die konditionellen Unterschiede noch. So gewann Wittenberg am Ende knapp.

Das Staßfurter Fazit fiel dennoch gut aus. "Wir hatten natürlich im Hinterkopf, dass wir mit einer Rumpftruppe aufliefen. Aber wir haben uns gegenseitig gepusht und uns gut verkauft. Dass es am Ende so eng wurde, hatten wir nicht gedacht", sagte Andreas Stein. Ein Sonderlob bekam indes Steve Ilgenstein aus der A-Jugend, der aushilft, wenn es brennt. "Er hat ein gutes Spiel gemacht", so sein Teamkollege.

HV Staßfurt II: Rösler, A. Jesse, J. Stein - A. Stein (6), Berger (4), Gödde (2), Jedlitschka, Loose (6/2), Spadt (5), Ilgenstein (2)

Siebenmeter: Wittenberg 4/3 - Staßfurt II 3/2; Zeitstrafen: Wittenberg 2 - Staßfurt II 9; Rot: Christian Gödde (3x2 Minuten, 53.) -Staßfurt II-