Staßfurt/Oebisfelde (chj) l Zum Jahresausklang der Mitteldeutschen Handball-Oberliga tritt der HV Rot-Weiss Staßfurt heute ab 18.30 Uhr beim kriselnden SV Oebisfelde an. Drei Punkte trennen die Gastgeber von einem Nicht-Abstiegsplatz. In der Favoritenrolle sehen sich die Staßfurter aber trotzdem nicht.

"Mit unserer Auswärtsbilanz sind wir nicht der Favorit", sagt Co-Trainer Andreas Stops. Seit dem 1. Spieltag in Spergau wartet der HVS auf Zähler in der Fremde, wenngleich die Partie in der Vorwoche beim USV Halle mit 29:30 nur knapp verloren wurde. Dies blieb auch Oebisfeldes Trainer Hendrik Tuschy nicht verborgen. "Die Staßfurter haben in Halle trotz Niederlage eine starke Leitung abgeliefert." Das sieht Stops genauso. "Es fehlte nur das Quäntchen Glück. Wir müssen an die positive Leistung anknüpfen. Wenn uns das gelingt, sind zwei Punkte möglich." Sein Gegenüber sieht das ähnlich: "Ich sehe uns als Außenseiter. Vielleicht ist das unsere Chance. Denn wenn uns die Staßfurter auf die leichte Schulter nehmen sollten, müssen wir bereit sein." Dem Gedanken der leichten Schulter schob Stops aber sofort einen Riegel vor, wenngleich er gesteht, dass gegen Teams von weiter unten "der Kopf" immer eine Rolle spielt.

Wer den psychologischen Vorteil auf seiner Seite hat, ist unklar. Denn während Oebisfelde sich mitten im Kampf um den Klassenerhalt befindet und zuletzt sogar bei Schlusslicht Werratal unterlag (32:33), wollen die Staßfurter ihre magere Auswärtsbilanz aufwerten und damit das Punktekonto ins Positive rücken. "Wir wollen uns mit einem Sieg selbst beschenken", sagt Stops im Hinblick auf die anschließende Weihnachtspause. "Das ist unsere Maßgabe. Die Jungs werden dafür alles geben."

Und einer scharrt besonders mit den Hufen: Sebastian Retting. Seit dem 45:44-Erfolg über Freiberg am 11. Oktober saß er eine Sperre wegen vermeintlich unsportlichen Verhaltens ab. "Sebastian ist heiß auf das Spiel. Hoffentlich überdreht er nicht. Aber er ist erfahren genug", so Stops. Der Coach geht davon aus, dass Retting sich bei seiner Mannschaft spielerisch bedanken wird, die ihn während der Sperre unterstützte.

Damit ist im linken Rückraum wieder eine förderliche Konkurrenzsituation entfacht. Neben Rückkehrer Retting sind Alexander Ernst und Robert Mennecke an Bord. Dafür tut sich auf rechts ein kleines Problem auf. Felix Dietze, Robert Fuhrmann und Eike Rach drohen auszufallen. Damit wäre Nils Hähnel der einzige Linkshänder. Bei den Gastgebern wird Keeper Tobias Stefanie ausfallen. In Werratal überkam ihn der Frust. Er schoss eine Trinkflasche weg und traf dabei eine Zeitnehmerin im Gesicht.