Die Paul-Merkewitz-Halle hat ihren Nimbus verloren. Der bisher unbezwungene HC Salzland 06 musste sich gestern Nachmittag Handball Bad Salzuflen mit 26:30 (14:14) geschlagen geben. Aufgrund des direkten Vergleichs zogen die Gäste in der Tabelle der 3. Liga am den "Wildgänsen" vorbei auf Rang vier.

Staßfurt l Man muss eben auch mal anerkennen, wenn der Gegner besser war. "Bad Salzuflen war auf allen Positionen im Rückraum sowie auf links außen torgefährlich", resümierte HCS-Coach René Linkohr. Seinem Team fehlten mit Stephanie Jäger und Justine Schmitz zwei wichtige Alternativen. Dem HCS 06 gelang es nicht, dies zu kompensieren, wenngleich der Wille über 60 Minuten da war.

Vor allem im Umkehrspiel waren die Gäste gut sortiert. Bis auf zwei Treffer durch Paula Farken (3:3/5., 14:13/30.) ließen sie in der ersten Halbzeit keine Konter oder Zweite Welle zu. Und auch in der 6-0-Defensive, die frühzeitig hinaustrat und sehr aggressiv zupackte, ließen sie keine einfachen Würfe zu. Bis zum 6:6 gestaltete der HCS 06 das Geschehen ausgeglichen, dann produzierte er zu viele Ballverluste. Bei der Auszeit von Co-Trainer Daniel Schmidt (18.) lag er bereits mit 6:10 zurück (neun Ballverluste), kurz danach mit 6:12 (20.). Salzland war quasi frühzeitig am Boden. Doch der Treffer zum 7:12 durch Yvonne Sachse von rechts außen schien wie ein Weckruf zu sein, das gesamte Team stand wieder auf. Drei verwandelte Siebenmeter von Victoria Göpel und ein Treffer von Caroline Rosiak sorgten für den 11:12-Anschluss (26.). Unterstützt vom Spielmannszug Schadeleben gelang zur Pause sogar die Führung.

Nach dem Wechsel scheiterten die Gastgeber jedoch fünfmal in Folge (darunter per Strafwurf) an Gäste-Keeperin Stephanie Sauer, wurden von ihr praktisch in die Knie gezwungen. Zwar gelangen wichtige Treffer wie das 18:18 (39.) durch Sachse in doppelter Unterzahl, doch dies schien zu viel Kraft zu kosten. Während Bad Salzuflen mit Enikö Beke eine neue und erfahrene Kraft auf Rückraum links brachte, häuften sich die Fehlwürfe beim HCS. Annika Lorf hatte sich zwar in die Partie gekämpft und unter anderem einen Freien gehalten, nach Zeitstrafen gegen Sachse (43.) und Carolin Beck (44.) mussten die "Wildgänse" allerdings einfache Gegentreffer nach Kontern hinnehmen. Das 27:23 (51.) für die Gäste durch Beke bedeutete die Vorentscheidung.

"Trotz der Niederlage brauchen wir nach der bisherigen Serie nicht enttäuscht sein. Wir liegen absolut im Soll", betonte Linkohr. Auch das ist anerkennend.

HC Salzland 06: Lorf, Klauß - Schwarz (4), Beck (1/1), Block, Rosiak (2), Retting (2), Geipel, Farken (5), Knappe (2), Sachse (5), Göpel (5/4), Schüler

Siebenmeter: HC Salzland 8/5 - Bad Salzuflen 4/4; Zeitstrafen: HC Salzland 5 - Bad Salzuflen 3