Egeln (nrc) l Mit inzwischen 54 Jahren würde Ingo Böhlert wohl kaum jemand zutrauen, sich internationaler Konkurrenz zu stellen - schon gar nicht im Kampfsport. Aber der Netzwerkmanager und Leiter eines Jugend-Theater-Vereins, setzte sich ein bestimmtes Ziel. "Es war mir gar nicht wichtig, eine Medaille zu gewinnen. Ich wollte nur eine gute Kata laufen und meinen Trainern zeigen, dass ich etwas gelernt habe." Und dies hat der Karateka mehr als eindrucksvoll bewiesen. Mit seiner Kata Heian Godan überzeugte Böhlert nicht nur seine Trainer Denny Hellwig und Roland Zinke, sondern auch das Kampfgericht bei den 3. Internationalen Harzmeisterschaften. Der Egelner wurde mit Platz eins und dem Titel im Bereich Kata belohnt.

Der Weg zum Karate fand Böhlert "mehr oder weniger zufällig". In einem seiner Theaterstücke wollte seine Gruppe eine Kampfszene darstellen. "Aber das sah bei uns Laien eher lustig und albern aus", erklärt Böhlert. "Aber ein paar meiner Darsteller waren im 1. Karate-Do Egeln. Ich habe sie gefragt, ob sie nicht ihre Trainer bitten können, uns bei dieser Szene zu helfen."

Diese übernahmen die "Anleitung" gern. Über diese Zusammenarbeit kam Böhlert auch schließlich selbst zum Karate. "Ich wollte etwas für meinen Körper tun und mir ein Ziel setzen, auf das ich hinarbeiten kann." Beim Karate-Do fühlte er sich gut aufgehoben. "Ich war schon immer ungeeignet für den Sport. Aber die Trainer haben sich viel Zeit genommen und mich immer motiviert."

Zudem war es für den Netzwerkmanager ein zusätzlicher Ansporn "mit jungen Leuten zusammen zu trainieren. Da fühlt man sich selbst wieder jung und man lässt sich automatisch vom Ehrgeiz der jungen Leute anstecken." Mit Durchhaltevermögen und einem neuen Ziel vor Augen brachte es Böhlert schließlich bis zum inzwischen 5. Kyu. "Man muss immer weiterkämpfen, damit man sich selbst am Ende sagen kann, man hat alles gegeben, selbst wenn es nicht zum Sieg gereicht hat."