Der Blick in die Tabelle lässt vermuten, dass die männliche A-Jugend des HV Rot-Weiss Staßfurt nicht das technische Know-how besitzt, um in der Sachsen-Anhalt-Liga mitzuhalten. Doch die Ursachen für den letzten Platz der jungen Handballer sind weit aus vielfältiger und haben weniger mit ihren Fähigkeiten zu tun. Denn wenn Trainer Uwe Illig eines fehlt, dann sind es Spieler.

Staßfurt l Neun Spieler agierten in der vergangenen Saison in der B-Jugend des HVS, neun Spieler sind es auch in der A-Jugend. Zu wenig, um in der Sachsen-Anhalt-Liga ordentlich bestehen zu können. "Es liegt aber nicht nur an unserem kleinen Kader", erklärte Illig. "Wir spielen das erste Jahr in der höheren Altersklasse und haben daher vor allem körperliche Defizite." Ein Beispiel: Im Spiel gegen die HSG Osterburg trat Hannes Nüssel in der Deckung gegen einen Gegner an, der gut einen Kopf größer war als er selbst. "Hannes wurde umgerissen. So etwas nagt auch am Selbstbewusstsein. Normalerweise kann ein Spieler sich nach so einer Aktion kurz sammeln, aber da wir gerade so eine Mannschaft stellen können, musste er gleich weiterspielen. Das ist eine harte Schule, nicht nur für Hannes, auch für die anderen Jungs."

Nun stehen stärkere Gegner gegenüber

Neben den körperlichen Defiziten, kann der HVS aber auch taktisch nicht mit jeder Mannschaft mithalten. "Es fehlt dann einfach noch an der nötigen Erfahrung." Illig betonte aber auch, dass "wir in einigen Partien Pech hatten". So kämpfte sich Staßfurt etwa gegen den SV Langenweddingen von einem Zehn-Tore-Rückstand wieder heran und konnte die Partie noch zu einem 27:27-Remis drehen. "Zu Beginn der Saison haben wir hohe Niederlagen einstecken müssen. Das zehrte bei einigen Spielern an der Moral. In der B-Jugend waren die Jungs immer vorn dabei. Nun stehen sie stärkeren Gegnern gegenüber", erklärte Illig. "Aber auch Verlieren will gelernt sein."

Inzwischen hat sich der HVS allerdings gefangen. "Es gelingt uns, zumindest eine Halbzeit gut mitzuhalten." Einige Spieler haben sich in der Hinrunde gut entwickelt. "Unser Kapitän Steve Ilgenstein ist ein sehr guter Spieler, der schon über einige Erfahrung verfügt und einen guten Blick für das Geschehen hat", lobte der Trainer. "Ein anderer Spieler ist Tommy Minet. Er könnte eigentlich noch in der B-Jugend spielen, ist aber auch schon für die A-Jugend zugelassen. Er hat einen guten Blick für die Situation am Kreis." Tommy ist Kreisspieler, agiert aber auch auf Rückraum Mitte oder Rückraum rechts.

Für die Rückrunde sieht der Trainer gute Chancen für seine Mannschaft, sich zumindest um einen Platz zu verbessern. "Wir sahen in Spielen wie gegen Langenweddingen oder TuS Radis nicht schlecht aus. Die Jungs versuchen, in jedem Spiel das Erlernte im Training umzusetzen. Es wird von Partie zu Partie besser." Illig bleibt aber auch realistisch. "Wir spielen das erste Jahr in der A-Jugend und können gegen Mannschaften, die aus größeren Spielern bestehen, eben noch nicht mithalten. Das Team lernt aber auch, sich in der höheren Altersklasse zu behaupten."

Um das Personalproblem zu lösen, kann der Trainer auf einige Spieler der B-Jugend zurückgreifen. "Aber das muss ich natürlich jede Woche mit Steffen Panzer absprechen. Seine Mannschaft steht ja derzeit auf Platz eins und möchte diesen natürlich behalten. Da wollen wir ja nicht im Weg stehen."

Die männliche A-Jugend des HV Rot-Weiss Staßfurt sucht noch Jugendliche für ihre Mannschaft. Wer Interesse hat, kann zu einem Probetraining in die Paul-Merkewitz-Halle kommen. Das Training findet dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr und donnerstags von 16.30 Uhr bis 18.15 Uhr statt. Für weitere Informationen ist Trainer Uwe Illig unter der Telefonnummer (01 72) 3 86 52 00 zu erreichen.

 

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