Beim 27:17-Erfolg des HC Salzland 06 beim HC Leipzig II unterstrich das Team von René Linkohr einmal mehr, dass es in der 3. Handball-Liga nicht zu unterschätzen ist. Während die Gastgeber einige Baustellen zu beklagen hatten, war der HCS rundum zufrieden.

Staßfurt/Leipzig l Dass der HCS das erste Team war, das in Leipzig gewinnen konnte, spielte dabei keine Rolle. "Uns war es wichtiger, erfolgreich in die Rückrunde zu starten", sagte Linkohr. In erster Linie stand dabei die Bestätigung, dass sich das harte Training auszahlt. "Es war schön, am Sonntag Nachmittag für die Arbeit unter der Woche belohnt worden zu sein. Es zeigte, dass wir an den richtigen Knotenpunkten gefeilt und die Vorgaben umgesetzt haben. Das tat allen gut."

Vor allem Keeperin Josephine Klauß hatte einen bärenstarken Tag. Mit 20 Paraden war sie erneut ein sicherer Rückhalt. Da Klauß konstant agierte, bekam allerdings Anika Lorf keine Einsatzzeit. "Das tat mir für Lorfi natürlich weh", erklärte der Coach. "Aber ich kann eine Torhüterin nicht aus ihrem Lauf nehmen." Auch für Leipzigs Trainerin Marion Mendel war die Torhüterposition ein entscheidender Faktor. "Ein Torwart kann das Spiel entscheiden." Sie sprach von einem deutlichen Leistungsunterschied auf beiden Seiten.

Erschwerend kam die mäßige Offensive der Leipzigerinnen hinzu. Mendel zählte 21 verworfene Bälle. "Unser Abschluss war nicht akzeptabel. Er war schließlich nicht von der Deckung oder den Torhüterinnen zu kompensieren", sagte die Trainerin. "Glück muss man sich erarbeiten. Und das haben wir nicht getan."

Mendel wollte die Heim-pleite allerdings nicht überbewerten. "Die Niederlage war erwartbar, wenn auch nicht in dieser Höhe. Es ist nicht unsere Aufgabe, zu erwarten, dass wir gegen Salzland gewinnen." Mit der Differenz war sie allerdings nicht zufrieden. "Von acht gegebenen Siebenmetern gingen sieben nicht rein. Der Gegner traf alle sechs." Wäre die Ausbeute ausgeglichener gewesen, "wäre die Differenz in Ordnung". Mit 21 Feldtreffern der Gäste konnte sie leben. Mendel wies aber auch darauf hin, dass sie mit einem minimierten Kader auskommen musste.

Während Leipzigs Trainerin gleich mehrere Baustellen ausmachte, fand Linkohr im Prinzip keine. "Ich tue mich schwer, etwas Negatives herauszusuchen. Die Partie war durchweg gelungen, sonst hätten wir dieses Endergebnis nicht erzielt." Dabei überstand der HCS eine kritische Phase. Mitte der zweiten Hälfte erhielten die Gäste einige Zeitstrafen, standen zeitweilig sogar zu Dritt auf der Platte. Doch Carolin Beck traf und Klauß vereitelte einen Siebenmeter. "Das haben wir unbeschadet überstanden und haben unbeschwert weitergespielt", so Linkohr. Der Sieg geriet somit nicht mehr in Gefahr.