Er sagt nicht viel. Doch so zurückhaltend er im Privatleben ist, so offensiv agiert Anton Buchholz vom SV Lok Staßfurt auf der Platte. Der 14-jährige Badmintonspieler sicherte sich bei den diesjährigen Landeseinzelmeisterschaften überraschend den ersten Platz. Sein Geheimrezept: Immer lächeln, den Gegner zermürben und dann mit Schmetterbällen punkten.

Staßfurt l Die scharfen Angriffe sind Antons Spezialität. Außerdem agiert er mit einer sehr starken Vorhand. "An meiner Rückhand muss ich dagegen noch viel arbeiten. Außerdem komme ich nicht so gut mit kurzen Bällen zurecht", schätzt der Gymnasiast selbstkritisch ein. Ihm liegen die hohen besser. "Diese kann ich kraftvoll zurückschicken."

Seit sieben Jahren ist Anton schon beim SV Lok Staßfurt. Eigentlich kam er eher zufällig zum Badminton. Wie alle Jungen probierte er sich zunächst im Fußball aus. "Aber das lag mir gar nicht." Stattdessen ging Anton einfach mal zum Badminton-Training - und blieb. Inzwischen spielt er in der Schülermannschaft der Landesklasse. Bei Turnieren konnte er sich in diesem Jahr erfolgreich behaupten. Platz eins bei den Landeseinzelmeisterschaften war allerdings für ihn eine große Überraschung. "Ich hatte zwar gehofft, unter die ersten Drei zu kommen, aber mit Rang eins hätte ich nie gerechnet.Ich fand auch mein Abschneiden bei der Norddeutschen Rangliste gut." Der Staßfurter belegte dort Platz zwölf. "Anton hat sich wirklich gut entwickelt", lobte auch sein Trainer Matthias Kaschel. "Gegner, die ihm früher große Probleme bereitet haben, kann er nun gut kontrollieren." Der Coach trainiert den 14-Jährigen von Beginn an und etwas hat ihn an seinem Schützling immer fasziniert: "Anton hat noch nie geweint. Auch wenn er verloren hat. Er bleibt immer ruhig und lächelt."

Das hat sich inzwischen in Turnieren ebenfalls sehr bewährt. "Wenn man immer lächelt, ist der Gegner davon irgendwann genervt, weil er nicht weiß, ob ich von einem Rückstand gefrustet bin." Kaschel sieht seinen Schützling auf Landesebene in Zukunft weit vorn. "Allerdings ist Anton ein Mannschaftsspieler."

Das beweist der Schüler im Doppel - seit Jahren zusammen mit Paul-Werner Dingethal. "Wir haben fast gleichzeitig angefangen und unser Zusammenspiel hat sich über die Jahre hinweg ergeben", erklärt Anton. Inzwischen sind beide ein echtes Erfolgs-Duo. Im Doppel belegten beide etwa bei der 2. Norddeutschen Rangliste Platz eins, ebenso bei der Landesrangliste und den Landeseinzelmeisterschaften. Allerdings spielen sie nicht nur miteinander, sondern auch schon einmal gegeneinander. "Das ist immer ganz schon schwer. Zwar kenne ich Pauls Schwächen, aber er meine auch. Da entscheiden oftmals nur die Tagesform oder die Konzentration über Sieg oer Niederlage."

Beides wird Anton auch für die anstehenden Wettkämpfe brauchen. "Ich bin eigentlich mit meiner derzeitigen Leistung zufrieden und möchte sie gerne halten." Dennoch möchte er mit dem SV Lok auch 2015 weiterhin erfolgreich sein. "Der Verein ist toll und ich würde auch nicht wechseln wollen, selbst wenn ich später mal die Möglichkeit bekäme, in höheren Spielklassen antreten zu dürfen."