Einmal die Autobahn 14 bis zum Kreuz und dann die A 2 runter. So einfach wie die Anreise in die Nord-Ost-Spitze von Nordrhein-Westfalen in den Mindener Stadtteil Hahlen wird die Partie des HC Salzland 06 in der 3. Handball-Liga der Frauen sicherlich nicht, wenngleich es der vorletzte Platz der Gastgeber vermuten ließe.

Staßfurt l Zuletzt hat Hahlen nämlich aufhorchen lassen, trotzte Handball Bad Salzuflen auswärts einen Punkt ab (22:22) und hat nun die rettenden Plätze im Rennen um den Ligaverbleib wieder in Sichtweite, ist nur einen Pluspunkt von Rang elf entfernt. Die Gastgeber werden also alles versuchen, um gegen den HCS 06 die Punkte in eigener Halle zu behalten und somit einen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu gehen. Allerdings dürfe man den kleinen Erfolg der Hahlener nicht überbewerten, betont René Linkohr, der HCS-Trainer. Bad Salzuflen plage sich seit mehreren Wochen mit Besetzungsproblemen.

Davon sind nun aber auch die "Wildgänse" betroffen. Schon am Sonntag gegen den Spitzenreiter liefen drei Spielerinnen angeschlagen auf, "nun haben wir die Quittung dafür bekommen". Mit acht Spielerinnen plus zwei Torhütern reist der eher kleine Tross Richtung Westen. "Dennoch wollen wir nach dem Sieg gegen Kirchhof auswärts nachlegen. Das haben die Spielerinnen nochmal ganz klar bekundet", sagt Linkohr. Über eine erneut gute Abwehrarbeit sollen die zwei Punkte entführt werden. Gelingt den Staßfurterinnen dies, dann hätten sie aus den vergangenen fünf Partien vier Siege eingefahren. Eine Bilanz, "die einer maximalen Ausbeute gleichkommt und auf der man aufbauen kann".

Beim TSV trumpften zuletzt Anna Wiese, die in Bad Salzuflen neun Treffer erzielt hatte, und Stefanie Raulwing (7 Tore) auf. Beide haben 70 Prozent der Tore erzielt. Aber auch Melanie Gritzan und Maren Büsching dürfe man nicht außer Acht lassen. Auf der anderen Seite stellt der TSV die schwächste Abwehr der Liga, die bereits 493 Gegentreffer zugelassen hat. Mit viel Bewegung im Positionsspiel will der HCS 06 die nötigen Lücken öffnen, um eine gute Wurfposition zu erhalten. Bereits im Hinspiel war den "Wildgänsen" die taktische Umsetzung gut gelungen, sie hatten mit 29:15 gewonnen.

Eine Woche nach dem sensationellen Triumph über den Spitzenreiter - es war erst die zweite Niederlage der SG Kirchhof - wollen die Salzländerinnen erneut siegen und sich somit die Rückfahrt versüßen, wenn es wieder auf der Autobahn nach Osten geht.