Mit einem eindrucksvollen 29:17 (14:11)-Erfolg traten die Handballerinnen des HC Salzland 06 die Rückreise vom TSV Hahlen an. Damit eroberten die "Wildgänse" zumindest kurzfristig den vierten Platz der 3. Liga zurück. "Zurück" ist das passende Stichwort - Maria Häußler trat die Reise aushilfsweise mit an.

Hahlen/Staßfurt l Mit sechs Toren gab Häußler in der abgelaufenen Saison beim 26:23-Sieg in Frankfurt ihren Ausstand. Mit sieben Toren in Hahlen meldete sie sich erfolgreich zurück. Aber: Das Experiment Häußler bleibt ein Intermezzo. "Sie half uns in einer prekären Situation aus", erklärte HCS-Trainer René Linkohr. Mit vier Ausfällen traten die Salzländerinnen die Reise nach Hahlen ersatzgeschwächt an. Kristin Schüler nahm kurzfristig Kontakt zur Rückraum-Shooterin auf. "Mit Maria hatte keiner gerechnet", sagte Linkohr. Dies bestätigte Hahlens Interimstrainerin Kirsten Gümmer, die zusammen mit Stefan Böker seit Dezember 2014 die Mission Klassenerhalt beim TSV bewerkstelligen soll. "Das war überraschend."

Doch es war keine Häußler-Show, vor allem war es eine Defensiv- und Rückraum-Partie. Während die Deckung vor allem im zweiten Durchgang glänzte und lediglich sechs Gegentore zuließ, wusste auch die Rückraum-Achse mit Stephanie Jäger, Yvonne Sachse und eben Maria Häußler zu überzeugen. Alle drei markierten jeweils sieben Treffer. Damit waren die drei "Wildgänse" zusammen erfolgreicher als alle Spieler der Gastgeber.

Gepusht vom Vorhaben, "sich für die Verletzten besonders ins Zeug zu legen", wie Linkohr erklärte, gaben die Gäste von Beginn an den Ton an. Sie lagen permanent vorn, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen. Das lag auch daran, dass Hahlens Melanie Gritzan für ihre Farben Initiative übernahm. Da auch der TSV von einer Personalmisere verfolgt wird, "lastete zu viel Druck auf zu wenig Schultern", sagte Gümmer. Aber nicht nur Gritzan stimmte die Interims-trainerin positiv, zumindest bis zur Pause. "Vor allem im Angriff war es bis zur Halbzeit eines unserer besseren Spiele."

Nach dem Kabinengang setzte sich der HCS jedoch kontinuierlich ab und entschied die zweiten 30 Minuten mit 15:6 für sich. "Sechs Tore in einer Halbzeit waren zu wenig", sagte Gümmer. Der TSV sei phasenweise in "wilde Ballereien" verfallen und stärkte damit die Gäste. Nach 53 Minuten, mit einer komfortablen Elf-Tore-Führung im Rücken, nahm Linkohr eine Auszeit und wies darauf hin, dass nicht unbedingt weiterhin auf Tempo gepocht werden müsse und stattdessen ein strukturierterer Angriff vorgetragen werden solle. Bis dato liefen die "Wildgänse" sechs erfolgreiche Tempogegenstöße.

Am Ende bekam auch Keeperin Laura Schmidt erste Spielanteile. Ihr gehörten die letzten sechs Minuten, in denen sie laut Linkohr "ihre Aufgabe gut löste". Mit drei parierten Siebenmetern dürfte ihr das Hahlen-Spiel in besonderer Erinnerung bleiben.

Nach einer "dominanten Leistung" kann sich der HCS nun erst einmal ausruhen. Denn die Saison geht erst am Sonntag, 1. März, mit einem Heimspiel gegen Blomberg-Lippe II weiter. Mindestens bis Dienstag haben die "Wildgänse" wieder Platz vier übernommen. Dann empfängt HaSpo Bayreuth den HC Leipzig II und könnte sich wieder vorbeischieben.

TSV Hahlen: Wegner, Fischer - Weide (2), Dretzke (1), Grotzan (6/2), Raulwing (3), Domke (2), Sierig (1), Pohlmann, Büsching, Niemann (1), Wiese (1)

HC Salzland 06: Klauß, Schmidt - Beck (2), Block (1), Rosiak (3), Schmitz (1), Geipel, Jäger (7/2), Sachse (7), Göpel, Häußler (7), Schüler (1)

Siebenmeter: Hahlen 6/2 - Salzland 4/2; Zeitstrafen; Hahlen 1 - Salzland 2