Für die Handballer des SV Germania Borne wird die Luft in der Sachsen-Anhalt-Liga immer dünner. Die Konkurrenz um die Abstiegsränge spielte mit, doch Borne machte bei der 22:28 (12:13)-Niederlage gegen den Dessau-Roßlauer HV II seine Hausaufgaben nicht.

Wolmirsleben l Wolfen, einen Punkt vor Schlusslicht Borne, unterlag Langenweddingen. Wittenberg, vier Punkte vor Borne, unterlag Gommern. Seehausen, fünf Punkte vor Borne, unterlag Haldensleben. Für die Germania hätten es Bigpoints werden können, wenn das Konto auf sieben Zähler aufgestockt worden wäre. Stattdessen entfernte sich Dessau mit dem Sieg aus dem Ringen um die Nicht-Abstiegs-Plätze und zwang den Gastgebern damit weiterhin die Rote Laterne auf.

Die Fehler begannen bereits in den ersten Minuten. Unvorbereitete Abschlüsse paarten sich mit leichtfertigen Ballverlusten, was Dessau zu nutzen wusste. In der zwölften Minute musste Bornes Trainer Jürgen Wartmann eine Auszeit nehmen, da sein Team bereits mit 2:6 ins Hintertreffern geriet.

Die Ansprache schien Wirkung zu zeigen, denn die Gastgeber steigerten sich. Zudem hatten sie mit Bastian Krautwald einen starken Rückhalt. Kontinuierlich verringerte sich der Abstand, spätestens bei Christian Finks Konter zum 10:10 wussten auch die Zuschauer, dass Dessau in die Kategorie "schlagbar" einzuordnen ist. Vor allem Fink sorgte mit teils eigens eroberten Bällen und Tempogegenstößen für die Kehrtwende. Mit einem Tor Rückstand zur Pause war wieder alles offen.

Doch der Kabinengang schien der Germania nicht bekommen zu sein. Benjamin Prosowski beging zwei Schrittfehler und einen Fehlwurf, Thomas Hagemeyer spielte sich nach einer Drehung den Ball auf den Fuß, Oliver Schulke kam beim Kontern ins Wanken und verzog einen aussichtsreichen Wurf. Hinzu kam Steffen Halfpap, der sich ein "Techtelmechtel" mit Lukas Knape leistete und gleich zwei Zeitstrafen kassierte. Bornes Angriffe verpufften und Dessau musste für eigene nicht viel tun. Mühelos schaukelten die Gäste schließlich den Sieg über die Zeit. Ließen sie hinten doch was zu, war Andreas Sprecher zur Stelle. Mit 20 Paraden hatte er großen Anteil daran, dass Borne lediglich 22 Tore erzielte. Davon verbuchte allein Fink zehn auf seinem Konto, der neben Krautwald einer der besten auf der Platte war.

Borne: Krautwald, Brinkmann - Schafflik, Halfpap, Scholz (2), Hagemeyer, Prosowski (4/3), Lahne (3), Schulke (2), Fink (10/3), Süssig (1)

Siebenmeter: Borne 7/4 - Dessau/Roßlau II 6/3; Zeitstrafen: Borne 5 - Dessau-Roßlau II 7