Wo Wacker spielt, ist Wacker Favorit. Denn die Westeregelner dominieren die Handball-Bezirksliga. Das spornt die Gegner jedoch umso mehr an, wie die Reserve des SV Germania Borne unter Beweis stellte. Zwar unterlagen die Gastgeber mit 22:33 (12:16), doch insbesondere im ersten Durchgang boten sie dem Favoriten Paroli.

Wolmirsleben l Sven Liebscher und Christian Thamm brachten die Gäste mit 2:0 in Führung. Doch diese hielt nicht lange, denn erst erzielte John Neugebauer den Anschluss, dann legte Andreas Heyer per Doppelschlag für Borne II vor. In der Folge behielten die Gastgeber die Nase vorn und machten Wacker die Favoritenrolle streitig. Wenngleich die Germania sich nicht entscheidend absetzen konnte, zeigte sie dem SVW dennoch einige Defizite auf. "Mit den ersten 20 Minuten war ich in erster Linie defensiv unzufrieden", haderte Yves Grafenhorst aus dem Westeregelner Trainergespann mit Matthias Zeidler.

Grafenhorst reagierte, stellte auf eine 5-1-Deckungsvariante um. Diese Umstellung zeigte Wirkung, denn Wacker drehte einen 9:12-Rückstand zur 16:12-Pausenführung. Doch nicht nur die Deckung der Gäste war für den Führungswechsel verantwortlich. Bornes Coach Rüdiger Bunk bemängelte "Unkonzentriertheiten" im Angriff, die Wacker eiskalt nutzte. Diese mündeten letztlich in 13 torlosen Minuten und im Pausenstand. Auch eine Auszeit tat den mäßigen Minuten keinen Abbruch.

Nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Doch der Germania-Reserve gelang es nicht, den Rückstand wesentlich zu verkürzen, beziehungsweise Wacker gelang es nicht, sich weiter abzusetzen.

Mitte der zweiten Halbzeit kam dann der Bruch im Spiel der Borner. "Ab der 45. Minute ging uns die Luft langsam aus", berichtete Bunk. Er bemängelte fehlende Laufbereitschaft und zu viele Fehlwürfe sowie -pässe. Der Spitzenreiter, konditionell bestens ausgestellt, spielte seinen Stiefel weiter herunter und profitierte nicht zuletzt von personellen Veränderungen. "Die Einwechslungen von Torwart Andreas Howahl, Markus Grau und Magnus Rohde waren belebend für unser Spiel und sicherten den verdienten Derbysieg", erklärte Grafenhorst.

Und obwohl die Germania-Reserve mit ansehen musste, wie der SV Wacker seinen 13. Sieg nach 13 Partien feierte, herrschte keine Unzufriedenheit. "Es war in beiden Halbzeiten über 25 Minuten ein gutes Spiel", lobte Bunk. Ohne Kritik kam er jedoch nicht aus. "In den weiteren zehn Minuten haben wir jedoch total geschlafen." Der Trainer erkannte an, dass Westeregeln die Platte zurecht als Sieger verließ, fügte aber an, dass "die Niederlage um vier oder fünf Tore zu hoch ausfiel".

Da Wacker-Verfolger Halberstadt bei der SG Lok Schönebeck II mit 28:32 Federn ließ, vergrößerte sich der Wester-egelner Vorsprung auf nunmehr vier Punkte. Borne II hingegen belegt mit zehn Punkten den neunten Rang und gastiert am Sonntag ab 16.15 Uhr beim Zehnten, der SpG Stahl Thale/Westerhausen.

Borne II: Kowalski, Richter - Schulze (1/1), Dietze, Heyer (8), M. Halfpap (4), Klippstein, Lampe (1), Wegener (2), Wilke (1), Neugebauer (4), Kasten, Faatz (1), Müller

Wacker: Pierschalla, Howahl - Thamm (5), Liebscher (3), Laschke (7/3), Rothe (3), Gorges (4), Garbaczok (7), Rohde (1), Pufahl (1), Grau (1), Elsner (1)

Siebenmeter: Borne II 2/1 - Wacker 5/3; Zeitstrafen: Borne II 4 - Wacker 5

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