"Ich war pappsatt", sagte Uwe Mäuer, Trainer des HV Rot-Weiss Staßfurt. Er sprach von einem der schlimmsten Spiele in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga überhaupt, das er von seiner Mannschaft sah. Fehler, Fehler und noch mehr Fehler führten schließlich zur deutlichen 33:51 (16:26)-Niederlage bei der HSG Freiberg.

Freiberg/Staßfurt l "Nach 30 Regel-Technik-Fehlern und Fehlwürfen haben wir aufgehört mitzuschreiben", sagte der bediente Trainer. Einem ohnehin schon konterstarken Gegner spielte das umso mehr in die Karten, leichte Freiberger Tore waren die Folge.

Zwar verliefen die ersten zehn Minuten ausgeglichen, Staßfurt ging sogar zum 6:5 in Führung, doch in der Folge begann das Fehler-Festival. "Die wilde Jagd begann", haderte Mäuer. Die Rot-Weissen ließen den Spielaufbau vermissen und nahmen sich unnötige Würfe aus elf oder zwölf Metern. Kreuzen, Spielzüge, Fluss - all dies suchte man bei den Gästen vergeblich. "Gegen Freiberg muss man in Bewegung bleiben." Stattdessen wurden Pässe aus zwei Metern nicht gefangen oder dem Mitspieler auf den Fuß geworfen. Hinzu kamen einige "dumme Zeitstrafen" und vergebene Großchancen.

Während nach zehn Minuten beim 7:8 noch alles offen schien, deutete sich nur fünf Minuten später (7:10) die Wende an. Mäuer glaubte erkannt zu haben, dass einige seiner Mannen die Partie nach einer Viertelstunde bereits abgehakt hatten. Die Zwischenstände von 8:16 (20.) und 13:21 (25.) bis hin zum Pausenstand gaben ihm recht.

"In der Kabine habe ich zur Mannschaft gesagt, dass sie sich beim Torhüter entschuldigen müsste, da er einen nach dem anderen kassierte." Patrick Tuchen hielt am Anfang noch gut dagegen - als die Defensive noch mitspielte. Danach musste er chancenlos mitansehen, wie ein Freiberger nach dem anderen ungehindert allein vor seinem Kasten auftauchte. Auch Co-Trainer Andreas Stops bekam zehn Minuten Einsatzzeit, da Sebastian Schliwa nicht mitreiste. Stops war ebenfalls nicht zu beneiden.

Die deutlichen Worte des Trainers in der Kabine schienen kaum Gehör gefunden zu haben. Kein Staßfurter krempelte die Ärmel hoch, während die HSG ihren Vorsprung kontinuierlich ausbaute. "Die Einstellung fehlte durch die Bank weg", ärgerte sich Mäuer. Auch Wechsel brachten keine Veränderungen, wenngleich mit Tobias Rindert, Robert Mennecke und Alexander Ernst drei Alternativen fehlten. Auch die Unparteiischen erwischten nicht ihren besten Tag. Aber: "Schiedsrichter hin oder her, unsere Leistung war unterirdisch. Es war nicht einmal eine Leistung", so Mäuer. "Darüber müssen wir sprechen. Einfach abhaken kann man das Spiel nicht."

Damit ist den Freibergern gelungen, was sie sich auf die Fahnen geschrieben hatten: sportliche Revanche. Denn das Hinspiel ging in einem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Spiel mit 45:44 an Staßfurt. Damit nicht genug. Denn es gab Tumulte und Rudelbildungen. Beide Seiten erhoben schwere Vorwürfe. Nach wie vor zieht die Partie Kreise in Internet-Foren. Entsprechend wurde das Rückspiel mit Spannung erwartet. Die Schiedsrichter stammten aus der 3. Liga, zudem waren Beobachter vor Ort. Doch von Verfehlungen keine Spur. "Es hätte jedes andere beliebige Spiel sein können", sagte Mäuer. "Ein paar Pfiffe sind normal." Die HSG hatte ohnehin keinen Grund zur Aufregung, "sie hat uns sportlich die Grenzen aufgezeigt".

Staßfurt: Tuchen, Stops - Dittmar (3), Fuhrmann, Dietze (1), Ortmann (1), Retting (2), Jacobi (6), Rach (2), Engelhardt (2), Hähnel (7), Scholz 6/3, Secara (3)

Siebenmeter: Freiberg 11/9 - Staßfurt 3/3; Zeitstrafen: Freiberg 5 - Staßfurt 11; Rot: Eric Bolomsky (Unsportlichkeit, 25.) -Freiberg-, Martin Dittmar (Unsportlichkeit, 28.) -Staßfurt-

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