Ilsenburg (kam/chj) l Zu einer recht ungewohnten Zeit, Sonntag um 17 Uhr, traten die Handballer des SV Wacker Westeregeln beim HV Ilsenburg II an. Nach dem 33:24 (16:14)-Auswärtssieg im Harz wahrten die Gäste ihre Weiße Weste, gewannen auch das 15. Spiel in Folge und verteidigten die Tabellenführung der Bezirksliga.

Die vielen mitgereisten Fans konnten wieder eine spannende Partie ihrer Grün-Weißen sehen, die sich trotz der lautstarken Rufe und Beleidigungen der heimischen Zuschauer nicht aus der Ruhe bringen ließen. In der zweiten Halbzeit bat selbst Ilsenburgs Trainer Christian Goedecke die Fans um ein wenig mehr Ruhe und "Emotionslosigkeit" gegenüber Spielern, Fans und Schiedsrichtern.

Der Auftakt gehörte den Gastgebern, die zum 3:1 in Führung gingen. Westeregelns "Nesthäkchen" Jimmy Klockmann hielt seine Farben ins Spiel, Teamkollege Christopher Gorges stellte nach sieben Minuten per Konter den 5:5-Ausgleich her. In der zehnten Minute gab es bereits ein kleines Highlight: Gorges sorgte per Kempa-Trick für die 7:5-Führung. Nun waren es die Gäste, die kontinuierlich vorlegten.

Die Fünf-Tore-Führung (13:8, 21.) verursachte bei Wacker jedoch Unkonzentriertheit, die es den Ilsenburgern ermöglichte, sich wieder heranzukämpfen. Kurz vor einem möglichen Ausgleich zog Westeregelns Trainer Matthias Zeidler den Grünen Karton zur Auszeit. Mit einer minimalen Führung von 16:14 ging der SVW in die Pause.

Die zweite Hälfte begann direkt mit zwei Toren von Klockmann und Mike Garbaczok (18:14, 32.). Nachdem Westeregeln zum wiederholten Mal von der Strafwurflinie scheiterte, drehte Linksaußen Garbaczok auf, traf doppelt und durchbrach somit die 20-Tore-Marke für die Gäste. Ilsenburg II kämpfte sich wieder ein wenig heran, ehe Klockmann den Ball kraftvoll von der Sieben-Meter-Linie ins Tor wuchtete (21:17, 39.).

Wacker blieb tonangebend und netzte dreifach durch Garbaczok und Klockmann ein. Auch Markus Grau bekam Spielzeit und dankte es mit dem Tor zum 28:22, ehe Ilsenburg II mit einer Auszeit fünf Minuten vor Schluss die Reißleine zog. Doch in der Folge war für die Gastgeber nur noch Ergebniskosmetik möglich, während Klockmann mit einem sehenswerten Heber das 500. Saisontor für den SV Wacker und sein 100. Tor der laufenden Spielzeit einnetzte (32:23, 57.). Den Abschluss der Partie bildete ebenfalls Klockmann, der per Kempa-Treffer acht Sekunden vor Abpfiff den Endstand herstellte.

"Es war schwer, in der ersten Halbzeit in das Spiel zu finden", erklärte SVW-Coach Zeidler. "Wir haben uns leider von der harten und teilweise unfairen Gangart der Ilsenburger anstecken lassen. Unser Tempospiel hat nicht so funktioniert, wie es eigentlich angedacht war. Dazu haben wir insgesamt vier Strafwürfe vergeben. Die zweite Halbzeit hatten wir dann jedoch jederzeit im Griff. Auch wenn wir viele technische Fehler produziert haben, war der Sieg dann nicht in Gefahr."

Wacker: Howahl, Pierschalla, von Zabiensky - Garbaczok (9), Gorges (6), Rothe (1), Klockmann (11/1), Laschke (1), Pufahl (2/1), Grau (1), Elsner (1), Liebscher (1)

Siebenmeter: Ilsenburg II 0 - Wacker 6/2; Zeitstrafen: Ilsenburg II 5 - Wacker 1