Mit einem Dreier wollten die Fußballer des SV Förderstedt die Abstiegsränge der Landesliga verlassen. Stattdessen wurde es eine Nullnummer. Sie unterlagen dem SV Irxleben mit 2:3 (0:1) und behielten so die Rote Laterne.

Förderstedt l Patrick Stockmann, Markus Müller und Marc Burdack saßen nach Abpfiff verlassen auf dem Rasen. Mit gesenktem Blick sahen sie zwar den jubelnden Irxleben-Kreis nicht, aber sie hörten ihn. Müller tat es wohl auch in dem Wissen, dass er kurz vor Schluss den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Doch er entschied sich bei einer guten Hereingabe von Marcus Janich für den Einsatz der Hacke statt für einen schnörkellosen Schuss. So blieb es bei der Niederlage.

Es wäre jedoch nicht richtig, Müller als Sündenbock auszumachen. Vielmehr waren es alle Förderstedter, die eine mäßige Leistung boten. "Wir haben unsere zwei Gesichter", sagte Spieler-Trainer Jens Liensdorf. Eins war in der Vorwoche beim 1:1 gegen Spitzenreiter Burg zu sehen, das andere nun gegen Irxleben. "Es war für viele ein gebrauchter Tag, von vorn bis hinten." Selbst der sonst so starke Keeper Maik Binnebößel war ein Schatten seiner selbst. Hinzu kamen mit Philipp Früchtel und Stockmann zwei wankende Außenverteidiger, wenngleich sich Stockmann im Laufe der Partie fing. Auch das defensive Zentrum agierte zu häufig nach dem Motto "Nimm du ihn, ich hab ihn sicher". Liensdorf kritisierte zudem, dass sich die Führungsspieler versteckt hätten.

So entwickelte sich eine erste Hälfte, die beide Seiten nicht zufriedenstellen konnte. Die Irxlebener jedoch etwas mehr, da sie immerhin in Führung gingen. Sebastian Strobach brachte Timo Lange im Strafraum unnötig zu Fall und der Elfmeter führte zum 1:0. "Es passte ins Spiel", sagte Liens-dorf.

Genauso passte ins Spiel, wie das 2:0 für die Gäste fiel. Daniel Halangk zog aus rund 20 Metern ab, der Ball streifte einen Förderstedter Rücken und segelte über Binnebößel hinweg. Dem dritten Gegentreffer ging ein Fehler von Früchtel voraus, der einen langen Ball nicht unter Kontrolle bekam, was Maik Schulze bestrafte.

Die Partie schien glaufen. Doch die Gastgeber mühten sich, hatten schließlich auch ein wenig Glück mit der Entscheidung des Unparteiischen, der auf Strafstoß plädierte. Marcus Janich verwandelte sicher und hatte es eilig, den Ball wieder zur Mittellinie zu tragen.

Auch der Anschlusstreffer resultierte aus einem Standard. Müller drückte einen Eckball aus dem Gewühl über die Linie. Doch dabei blieb es. Was folgte, waren gesprächsarme Kabinengänge, während im Hintergrund Irxlebener jubelten. Das konnten sie, weil ihnen genau das gelang, was auch Förderstedt wollte: Einen Bigpoint landen. Drei Punkte hätten den SVF auf den elften Rang befördert. Stattdessen bleibt er jedoch ganz unten, während die Gäste etwas Luft zwischen sich und die Abstiegsplätze brachten.

Liensdorf war sauer. "Wir haben die Chance selbst vergeben, denn wir haben gegen keinen überdurchschnittlichen Gegner gespielt." Vor allem ärgerten ihn die vielen Fehler, "die auf dieser Ebene nicht passieren dürfen". Ein 2:3 nach 0:3-Rückstand sieht gut aus. Aber: "Wäre Irxleben eine Klasse besser gewesen, wäre die Partie schon viel früher deutlich entschieden gewesen."

SV Förderstedt: Binnebößel - Stockmann, Liensdorf (67. Herrler), Früchtel, Siebert (46. Siebert), Müller, Marcus Janich, Burdack, Dübecke, Strobach, Marco Janich

Tore: 0:1 Jan Voigt (FE, 15.), 0:2 Daniel Halangk (55.), 0:3 Maik Schulze (77.), 1:3 Marcus Janich (FE, 80.), 2:3 Markus Müller (85.); SR: Mike Weiß (Osterweddingen); ZS: 84

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