Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II fuhren gegen den Weißenfelser HV einen wichtigen 35:31 (19:12)-Heimsieg ein und sicherten sich damit zwei wertvolle Punkte, um den Abwärtsstrudel in der Verbandsliga aufzuhalten. Dabei standen zwei Spieler besonders im Fokus.

Staßfurt l Es ging um nichts Geringeres als nach zwei Niederlagen, die die Rot-Weissen mit einem Fuß in den Abstiegskampf beförderten, wieder etwas für das Punktekonto zu tun. Mit Weißenfels reiste jedoch eine Mannschaft an, die als Tabellendritter in der Vorwoche Spitzenreiter Halle II bezwang.

Die Staßfurter starteten folglich in der Rolle des Außenseiters. Entsprechend verlief der Auftakt. "Wir sind nicht gut reingekommen und haben schwerfällig agiert", erklärte Florian Panzer. So vergaben etwa Andreas Stein und Christian Gödde unbedrängt vor dem Gästetor. Der WHV wusste dies zu nutzen und legte nach knapp zehn Minuten zielsicher zum 8:4 vor.

In der Folge stellten die Gastgeber defensiv um. Thomas Jesse agierte mal auf Deckungsspitze, mal nicht. Zudem tauschten Panzer und Tino Korin ihre Positionen auf Mitte und halb. "Damit kam der Gegner nicht zurecht", berichtete Panzer. Weißenfels` bis dato souveräne Offensive kam ins Stocken.

Dann schlug Marian Spadts große Stunde. Er markierte den 12:11-Führungstreffer und legte in Unterzahl zwei weitere nach. Damit nicht genug: Spadt legte im Alleingang einen 6:0-Lauf hin und brachte seine Farben zum 18:12 in Front. Thomas Jesse vergab währenddessen sogar einen Siebenmeter, als hätte er diesen Lauf nicht unterbrechen wollen. "Manchmal gibt es einfach solche Tage", sagte Panzer. Er wusste, wovon er sprach - auch seine Stunde sollte nach dem Seitenwechsel noch schlagen.

Nachdem Spadt die Gäste zur Verzweiflung brachte, stand zur Pause ein komfortabler Sieben-Tore-Vorsprung zu Buche. Komfortabel ja - zum Zurücklehnen war es aber zu früh. "Wir haben in der Kabine gesagt, dass die zweite Halbzeit wieder bei Null beginnt", erklärte Panzer. "Wir haben schon zu viel erlebt." Das Ziel war es, die ersten zehn Minuten möglichst unbeschadet zu überstehen. Damit sollte Weißenfels der Zahn gezogen werden. Kurios war allerdings, dass die Staßfurter ihr Ziel zwar erreichten, die Gäste aber dennoch wieder herankamen.

Aber während Spadt nun weitestgehend abtauchte, zeigte sich Panzer treffsicher und schraubte seine Bilanz auf zehn Tore nach oben. Auch Spadt markierte zehn Treffer. Panzer wusste auch, woran seine Ausbeute im zweiten Durchgang lag. Er agierte lange auf rechtsaußen, wurde dann jedoch in den rechten Rückraum gezogen. "Damit hat der Gegner wohl nicht gerechnet."

Am Ende schaukelte der HVS II den Sieg über die Zeit. Dies lag aber nicht nur an Spadt und Panzer. "Wir sind bis zum Schluss diszipliniert geblieben." Häufig brachten die Staßfurter Zeitstrafen in Folge von Gemecker um den Lohn. Diesmal nicht. Und das war wichtig, da die Punkte den Vorsprung auf Schlusslicht Köthen II auf fünf Zähler wachsen ließ. Die Rot-Weissen sind nun Siebter. Wichtig war der Sieg aber nicht nur bezüglich der Tabelle, "er war wichtig für die Stimmung", sagte Panzer.

Staßfurt II: A. Jesse, J.Stein - Rösler, A. Stein (5), T. Jesse (1), Korin (5), Gödde (1), Fanselow, Loose (3/2), Ilgenstein, Panzer (10), Spadt (10)

Siebenmeter: Staßfurt II 4/2 - Weißenfels 6/4; Zeitstrafen: Staßfurt II 7 - Weißenfels 4