Bernburg (chj) l Nach dem 20:12-Erfolg über Thale/Westerhausen war Sven Klippstein, Trainer der E-Jugend des SV Germania Borne, nicht zufrieden. Nun unterlagen seine Schützlinge in der Handball-Bezirksliga mit 17:34 (11:18) beim SV Anhalt Bernburg - und er war zufrieden. Das mag komisch klingen, hatte aber nachvollziehbare Gründe.

"Kämpferisch und spielerisch waren sehr gute Ansätze zu sehen", lobte Klippstein. "Ich bin hochzufrieden, trotz der deutlichen Niederlage. Wir wussten, dass die Trauben in Bernburg hoch hängen." In der Vorwoche kritisierte er noch, dass seine Schützlinge zu ballorientiert agierten und die Fehlerquote zu hoch war. Dafür überzeugte das Team diesmal und hat "von der ersten bis zur letzten Minute tapfer gekämpft".

Als neuformierte Mannschaft, die noch gänzlich im Findungsprozess steht, reisten die Borner ohnehin zurückhaltend ab. "Wir wollten nur keine hohe `Klatsche` kassieren", sagte der Coach. Die Bernburger setzten sich fast ausnahmslos aus älteren Jahrgängen zusammen und konnten gemeinsam schon mehr Erfahrungen sammeln. Genau darum geht es der Germania noch. "Natürlich verlieren wir auch Spiele", erklärte Klippstein, "aber das wollen wir erhobenen Hauptes tun". Es gehe ums Lernen.

Einer schien bereits viel gelernt zu haben: Steven Schönherr. Häufig spielte er bislang eigensinnig, doch in Bernburg glänzte er mit dem Auge für den Besserpostierten und agierte zudem noch stark in der Deckung. Seine Leistung belohnte er schließlich mit neun Toren.

Obwohl der große Einsatz im zweiten Durchgang seinen Tribut einforderte und die Kräfte bei allen sichtbar schwanden, ließ der Kampfgeist nicht nach. "Darauf kann man aufbauen", lobte Klippstein seine Schützlinge. Nicht umsonst ließ sich die Germania nach Abpfiff trotz der Niederlage von Eltern und Fans feiern, als hätte sie gewonnen.

Borne: Nick Lochow, Toby Schellhas - Jakob Völksch (1), Ben Schellhas (1), Steven Schönherr (9), Niklas Döbbel (5), Hannes Gernegroß (1), Emil Schiller, Vico Feld, Jenna Steingruber, Jannik Kleinert, Leon Schönherr

Penalty: Bernburg 2/2 - Borne 4/3; Zeitstrafen: keine