Westeregeln (bho/chj) l Die Damen des SV Wacker Wester-egeln empfingen in der Handball-Bezirksklasse die dritte Vertretung des HC Salzland 06. Es war nicht nur ein Derby, es ging auch um die Podestplätze. Die Gäste setzten sich knapp mit 22:21 (9:11) durch und kletterten damit an den Wester-egelnerinnen vorbei, die mit einem Sieg den zweiten Platz eingenommen hätten, stattdessen nun Vierter sind.

Dabei hatte sich der SV Wacker einiges ausgerechnet, konnte er doch das Hinspiel mit 32:16 deutlich für sich entscheiden. Dennoch war allen Beteiligten schon vor der Partie klar, dass es diesmal nicht so einfach werden würde, zumal die Salzlanderinnen zuvor den Tabellenzweiten Hohendodeleben mit 31:30 bezwangen. Bei den Gastgeberinnen kam noch etwas Pech hinzu, weil sie krankheits- und arbeitsbedingt auf Jenny Klockmann, Johanna Lässing, Annika Thiele und Nicole Oppermann verzichten mussten.

Und das Pech sollte auch während der Partie nicht abreißen, denn nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit einer Gegenspielerin schied Michaela Wolfram bereits nach nicht einmal zehn Minuten mit einem Cut am Kopf aus. Erfreulich hingegen war das Comeback von Marie Gross, die nach ihrem Abschied im Mai 2013, mit fünf Toren einen gelungenen Einstand gab.

Von Beginn an lief Wacker einem Rückstand hinterher und lag nach dreieinhalb Minuten mit 0:2 im Hintertreffen. In der vierten Minute gelang Anja Jakobi der Anschlusstreffer. Ihre weiteren Tore bis zum 3:4 (12.) waren es dann auch, die Westeregeln im Spiel hielten. Die für Wolfram eingewechselte Gross erzielte nicht nur in der 14. Minute den 4:4-Ausgleichstreffer, sondern fünf Minuten später auch das 6:5 zur ersten SVW-Führung.

Der Bann schien gebrochen. Doch die Gäste kamen immer wieder zurück. Insbesondere Katja Appelt war bei den Salzländerinnen kaum zu bremsen. Sie setzte die meisten Akzente und erzielte insgesamt 13 Tore. Nach ihrem Ausgleichstreffer in der 20. Minute konnte sich Wacker durch Tore von Bettina Witzke und Christin Schuster kurz darauf erstmals auf zwei Tore (8:6) absetzen. Diesen Vorsprung verteidigten die Gastgeberinnen bis zum Pausenpfiff (11:9).

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es weiter spannend. Westeregeln konnte sich nicht weiter absetzen. Bis zum 17:15 in der 42. Minute durch einen sicher verwandelten Siebenmeter von Witzke schien Wacker das Spiel dennoch im Griff zu haben.

Aber dann wendete sich das Blatt. Mit drei Toren in Folge gingen die Gäste zehn Minuten vor Abpfiff mit 18:17 erneut in Führung. Als sie dann zweieinhalb Minuten vor Spielende zum 22:19 davonzogen, lief Wacker langsam die Zeit davon. 57 Sekunden bevor die Sirene ertönte, gelang Gross das 20:22 per Strafwurf. Die Gastgeber verteidigten offensiv, kamen sogar noch einmal in Ballbesitz, doch mehr als der Anschlusstreffer zum 21:22-Endstand durch Annemarie Lunow gelang dem Team nicht mehr.

Wacker: Schauer - Schuster (1), Rettig, Jakobi (4), Witzke (9/5), Neum, Wolfram, Lunow (1), Heberling (1), Gross (5/1)

Siebenmeter: Wacker 7/6 - HCS III 1/1; Zeitstrafen: Wacker 2 - HCS 5