Staßfurt/Hannover (chj) l Die Handballerinnen des HC Salzland 06 treten heute ab 19 Uhr bei der HSG Hannover-Badenstedt an. Der Tabellenvierte der 3. Liga gastiert beim Elften - die Rollen scheinen klar verteilt. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Die Gastgeber trennten sich im Dezember des Vorjahres von Trainer Thomas Löw und sicherten sich da-raufhin die Dienste des 33-jährigen Florian Marotzke, der zuvor hauptsächlich die Jugendbereiche von Hildesheim und Burgdorf betreute.

Der HSG scheint der Trainerwechsel gut bekommen zu sein. Zwar folgten auf Marotzkes Amtsantritt zwei Niederlagen gegen Fritzlar und Osterode Harz, doch dann fingen sich die Hannoveranerinnen. Aus den folgenden vier Partien sammelten sie sieben Punkte und haben zwischen sich und die Abstiegsränge vier Zähler Luft erarbeitet. Marotzke scheint seine Mannschaft bestens eingestellt zu haben.

"Hannover-Badenstedt hat sich zur Rückrunde gefestigt", weiß auch HCS-Coach René Linkohr. Es sei nicht zu erwarten, dass die HSG sich so desolat wie im Hinspiel präsentiert. Dies verlor sie mit 23:34 und offenbarte dabei Schwächen in der Defensive und Harmlosigkeit in der Offensive.

Von Problemen im Angriff ist nun nichts mehr zu sehen. Die Gastgeber stellen nach Tabellenführer Kirchhof mit 540 Treffern die durchschlagskräftigste Offensive. Da kommt Linkohrs Credo "aus einer stabilen Defensive Sicherheit zu erlangen" nicht von ungefähr.

Insbesondere auf Kathrin Pichlmeier und Saskia Rast müssen die Salzländerinnen aufpassen. Linkohr bezeichnet sie als "Ausnahmespielerinnen". Zu den beiden bekannten Namen gesellt sich heute erstmals auch ein in Hannover unbekannter dazu. Die HSG pflegt eine Kooperation mit Bundesligist SVG Celle. Raphaela Steffek wechselte kürzlich von Owschlag nach Celle und wurde mit einem Zweitspielrecht für Hannover-Badenstedt ausgestattet. Sie wird heute ihr Debüt geben.

Doch die Salzländerinnen wollen viel mehr auf sich selbst schauen und sich nicht von gegnerischen Namen ablenken lassen. "Wir müssen hinten so kompromisslos wie in den Partien zuvor agieren und vorn dynamisch Druck auf die Tiefe ausüben", fordert Linkohr. Mit dieser Marschroute "wollen wir da anknüpfen, wo wir aufgehört haben". Und das sind drei Siege.