Nach drei Siegen in Folge ist die Serie des HC Salzland 06 gerissen. Die Handballerinnen mussten sich bei der HSG Hannover-Badenstedt mit 26:28 (9:14) geschlagen geben. Trost spendet die zeitgleiche Niederlage von HaSpo Bayreuth, sodass die "Wildgänse" den vierten Platz in der 3. Liga behaupten.

Hannover l Die Niedersachsen hatten "aufgerüstet". Im Vergleich zum Hinspiel (34:23 für den HCS) gab es mit den Pleß-Schwestern Kim und Carolin einen Qualitätssprung in Deckung und Rückraum, zudem lief überraschend auch Raphaela Steffek auf, die mit zweispielrecht beim Bundesligisten aus Celle aktiv ist. Und so musste auch Salzlands Coach René Linkohr eingestehen: "Es hätte bei uns alles stimmen müssen, wenn wir etwas Zählbares mitnehmen wollten."

Zu Beginn sah es sogar danach aus, bis zum 6:5 (13.) legte der Gast ständig vor. "Dann haben wir aber einige Chancen weggelassen." Fünf Fehlwürfe konstatierte der Trainer bereits beim 8:8 (18.). Ausschlaggebend war die 3-2-1- beziehungsweise 5-1-Deckung der Gastgeber mit der großgewachsenen Kim Pleß auf Spitze. "Wir hatten einige Probleme im Querpass-Spiel. Wir hatten das zwar am Freitag trainiert und vor der Partie nochmal angesprochen, dies aber nicht umgesetzt."

Und auch die Defensive tat sich mit der dynamischen Spielweise des hochkarätigen HSG-Rückraums schwer. Keeperin Josephine Klauß, die nach einem Lehrgang in Berlin noch von ihren Eltern zum Spiel gebracht wurde, schien etwas alleingelassen. Aufgrund von Ballgewinnen und Tempo-Gegenstößen enteilte Hannover zur Pause auf fünf Tore Vorsprung.

Diesen behauptete die HSG auch nach dem Wechsel bis zur 40. Minute. Dann steigerte sich Salzland in der Defensive, agierte viel aggressiver, verkürzte den Rückstand und erzielte zum 17:18 durch Justine Schmitz den Anschluss. Allerdings gelang der wichtige Ausgleich, beziehungsweise die Führung nicht, weil Kathrin Pichlmeier und Steffek Verantwortung übernahmen und ihre Mannschaft zum 24:19 (52.) in Front bachten.

Der HCS 06 gab sich allerdings nicht geschlagen und legte sich "nochmal richtig ins Zeug". Mit Thea Schwarz auf Deckungsspitze gegen Kim Pleß und Yvonne Sachse gegen Pichlmeier gelangen Ballgewinne, die für einen 6:2-Lauf genutzt wurden, aber nicht mehr zu einem Happy-End reichten, weil insgesamt 20 Fehlwürfe - darunter ein Siebenmeter in der Schlussphase - und 15 Regel-Technik-Fehler produziert wurden. Zu viel, um in einem Auswärtsspiel Punkte zu holen.

Für Linkohr ist dies allerdings kein Grund zu resignieren. "Uns war ein hervorragender Einstieg in die Rückrunde gelungen. Wir werden nun Fehleranalyse betreiben und uns in Ruhe auf das Spiel gegen Fritzlar (Anwurf: Sonntag, 15. März, 16 Uhr, Merkewitz-Halle, d. Red.) vorbereiten. Wir dürfen nicht die Erwartung haben, das Team genauso zu bezwingen wie Kirchhof. Wir wollen mithalten und aus der Partie Kraft holen für die nächsten Aufgaben", schaute Linkohr voraus. Vielleicht gelingt dem Team so der Start einer neuen Serie.

HSG Hannover-Badenstedt: Teschner, Pagel - Rast (6), K. Pleß (3), Pichlmeier (9/5), Steffek (5), Seehausen (4), Gerber, Pollex, Wagenlader (1), Steiner, C. Pleß, Thiele

HC Salzland 06: Klauß, Schmidt - Schwarz (7), Beck, Rosiak (2), Schmitz (4/4), Retting (1), Geipel, Jäger (5), Farken (2), Knappe (1), Sachse, Göpel (3), Schüler (1)

Siebenmeter: Hannover-Badenstedt 7/5 - Salzland 5/4; Zeitstrafen: Hannover-Badenstedt 2 - Salzland 6

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