Gegen den HC Einheit Plauen - immerhin Dritter der Mitteldeutschen Handball-Oberliga - zu verlieren, ist wahrlich keine Schande. Umso ärgerlicher war es für den HV Rot-Weiss Staßfurt aber, dass bei der 27:28 (12:14)-Niederlage eigentlich mehr drin war. Doch am Ende waren es zu viele Fehlwürfe, um etwas Zählbares zu erringen.

Staßfurt l "Es fing links an und hörte rechts auf", sagte Sebastian Scholz über die mäßige Offensive. "Jeder hatte seine zwei oder drei Fehlwürfe." Der Linksaußen nahm sich dabei keinesfalls aus. "Ich hatte nicht die beste Hand." Damit brachten sich die Staßfurter um den eigenen Lohn, den sie durch eine kompakte Defensivarbeit erarbeitet hatten.

Die Partie lebte von der ersten bis zur letzten Minute von der Spannung. Kein Team war in der Lage, sich entscheidend abzusetzen. Die Führung wechselte häufig. So eröffnete Tobias Rindert per Schlagwurf das Match, ehe Plauen das Ergebnis zum 3:2 drehte, um anschließend dem HVS wieder den Vorzug zu lassen.

Staßfurts Defensive zeigte bereits zu Beginn, dass sie am Ende nicht der ausschlaggebende Punkt für die Niederlage sein würde. Plauen startete immer wieder temporeiche Angriffe, doch der HVS hielt stand. Auch die Offensive der Gastgeber ließ noch nicht das Maß erahnen, was es am Ende an Fehlwürfen produzieren sollte. So ging es mit einem knappen Zwei-Tore-Rückstand in die Pause, der angesichts der Schnelllebigkeit noch nichts zu bedeuten hatte.

Es dauerte keine drei Minuten, bis die Rot-Weissen sich die Führung zurückerobert hatten. Es ging allerdings auch genauso schnell, dass sie danach wieder dahin war. Der zweite Durchgang war ein Spielgebild des ersten, nur dass die Fehlerquote in der Offensive stieg.

So blieb es spannend bis zum Ende. Die Staßfurter liefen in der Schlussphase meist einem Ein- oder Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Erschwerend kam in dieser Phase hinzu, dass Sebastian Retting und Oliver Jacobi jeweils Zeitstrafen für Undiszipliniertheiten kassierten. Dies missfiel Trainer Uwe Mäuer. "In den entscheidenden Phasen muss man sich besser im Griff haben. Das ärgerte mich ungemein." Allerdings war Jacobis Unmut nachvollziehbar, da ihm der Ausgleichstreffer zum 28:28 abgepfiffen wurde und stattdessen auf Siebenmeter entschieden wurde. Diesen vergab Scholz, sodass es bei der knappen Niederlage blieb. Es war sein einziger vergebener Strafwurf.

"Es war das erwartet enge Spiel auf Augenhöhe", erklärte Gästetrainer Sven Liesegang. Er sprach von einem rassigen Spiel mit viel Tempo - und "einem glücklichen Ausgang für uns". Mäuer hingegen war hin- und hergerissen. Während er mit der Abwehrarbeit zufrieden war, haderte er mit der Offensive. "Das waren zu viele Fehlwürfe. Die waren am Ende das Manko."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar, Fuhrmann, Mennecke, Retting (2), Jacobi (4), Ernst, Rach (1), Engelhardt, Hähnel (8), Scholz (10/9), Rindert (2), Secara

Siebenmeter: Staßfurt 10/9 - Plauen 5/5; Zeitstrafen: Staßfurt 5 - Plauen 4