Es war das perfekte Wochenende für die Volleyballer des VC 97 Staßfurt. Sowohl die Damen als auch die Herren fuhren am Abschlussspieltag der Landesliga zwei 3:0-Erfolge ein. Während die Frauen damit nach einer Saison ohne Satzverlust aufsteigen, gelang den Herren der große Coup auf der Zielgeraden.

Magdeburg/Schönebeck l Während es bei den Frauen schon mit dem Teufel hätte zugehen müssen, um die Tabellenführung noch herzugeben, mussten sich die Männer ordentlich strecken.

Männer

In Magdeburg ging es für den VC 97 Staßfurt um alles oder nichts. In der ersten Partie trat die SG Rosian auf den bis dato Tabellenführer Reform Magdeburg. Die Staßfurter konnten mit ansehen, wie Rosian den Landeshauptstädtern mit einer 2:3-Niederlage einen Punkt im Rennen um den Spitzenplatz abnahm. Dies begünstigte die Voraussetzungen für den VC 97.

Als dann Reform und Staßfurt aufeinandertrafen, musste Trainer Michael Frost nicht für Motivation sorgen. "Die Jungs waren heiß und wollten unbedingt gewinnen". Auch die 0:3-Hinspielpleite war noch im Hinterkopf. Das Ziel war deshalb, "es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen, einen Punkt zu erzielen". Aus soliden Annahmen sollte das optimale Aufbauspiel resultieren. Dies gelang den Bodestädtern auch. Und das, obwohl die Psyche auch eine Rolle spielte. "Ich hatte die Befürchtung, dass der emotionale Druck zu groß war", erklärte Frost. Weit gefehlt: "Wir haben von Anfang an frei aufgespielt" und schließlich mit 3:0 (19, 19, 18) gewonnen. Auch gegen Rosian stand unterm Strich ein "schön rausgespielter Dreisatz-Sieg" (14, 20, 20). Damit war der Aufstieg perfekt.

"Wir hatten nicht mehr damit gerechnet", gestand Frost, der außen wieder von Steffen Koch Unterstützung erhielt. Zwischenzeitlich betrug Reforms Vorsprung sechs Punkte. Umso schöner war nun der Aufstieg: "Wir haben uns für die Arbeit der ganzen Saison belohnt", freute sich der Coach. Dies sei gebührend und "feucht-fröhlich" gefeiert worden.

Für diesen Erfolg waren alle Spieler wichtig, wenngleich Frost wenig wechselte. "Die Reservebank hat für Stimmung gesorgt und die Jungs unterstützt. Es war ein rundum schöner Tag."

Staßfurt: Hönig, Groth, Ruhnow, Stinner, Schmidt, Bornemann, Kirst, Bechtle, Dornemann, Karnstedt, Haustein, Stock, Sinke, Wernicke

Frauen

Im Prinzip benötigten die Staßfurterinnen in Schönebeck gegen Atzendorf und Dessau nur einen Punkt, um den Aufstieg zu realisieren. Allerdings ging es auch darum, weiterhin frei von jeglichem Satzverlust zu bleiben. Und das entpuppte sich als psychologische Barriere. "Als wir gegen Atzendorf mit 2:0 führten, war der Titel perfekt", blickte Trainer Gerald Wolter zurück. Aber die ZLG wollte dem VC 97 unbedingt einen Satz abringen und gab im letzten Durchgang alles, während Staßfurt etwas nachließ. Es entwickelte sich ein "großer Fight, ein tolles Spiel mit sehenswerten Aktionen auf beiden Seiten". Die Bodestädterinnen behielten schließlich mit 32:30 die Oberhand. "Ich muss den Atzendorferinnen zu dieser tollen Leistung gratulieren. Das hat richtig Spaß gemacht."

Der Aufstieg war bereits gemeistert, doch noch wartete Dessau. Auch der letzte Gegner der Saison wollte den Staßfurterinnen einen Satz abringen. Nachdem der VC 97 zwei Durchgänge deutlich für sich entschied, ließ im dritten erneut die Konzentration nach und die perfekte Saison stand auf der Kippe. Beim Stand von 20:20 nahm Wolter die Auszeit und wusch seinen Frauen den Kopf. Die Folge: Die nächsten fünf Punkte gingen an Staßfurt, damit auch der 3:0-Sieg und die optimale Bilanz.

"Nach einer perfekten Saison mit 48:0-Punkten bin ich natürlich zufrieden", erklärte der Coach. Aber: "Es gibt noch eine Menge zu verbessern." Die Luft nach oben interessierte am Abend jedoch keinen. Es war zu entnehmen, dass das "gemütliche Beisammensein", bei einigen erst in den Morgenstunden endete.

Damit gelang beiden Vertretungen des VC 97 Staßfurt der Aufstieg in die Oberliga. "Es war schön, am selben tag wie die Männer aufzusteigen", erklärte Wolter. Diese Freude teilte Frost und legte sogar noch einen drauf: "Es ist ein Signal für die ganze Region, dass künftig zwei Mannschaften des VC 97 in der Oberliga spielen werden."

Möglicherweise bleibt es allerdings nicht bei zwei Aufsteigern. Da die zweite Frauen-Mannschaft in der Landesklasse ebenfalls erfolgreich war, sicherte sie sich zum Abschluss der Saison den vierten Platz, der sie zur Relegation für die Landesliga qualifiziert.

Staßfurt: Senf, Ohle, Hoppe, Hoffmann, Fiedler, Rose, Elze, Früchtel

 

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