Staßfurt/Osterode l In der Vorwoche setzten sich die Handballerinnen des HC Salzland 06 mit 26:24 gegen den bis dato Zweiten der Tabelle, den SV Germania Fritzlar, durch. Nun müssen die "Wildgänse" zum Achten reisen. Die Partie bei der HSG Osterode Harz beginnt morgen um 16.30 Uhr. Wer glaubt, dass der HCS die Reise aufgrund des "Favoritensturzes" als unumgänglicher Favorit antritt, macht die Rechnung allerdings ohne den Wirt.

Fritzlar und Kirchhof wurden nämlich in der Staßfurter Paul-Merkewitz-Halle bezwungen. "Das spielte eine große Rolle", sagt Salzlands Trainer René Linkohr. Nun ist allerdings wieder eine Auswärtspartie an der Reihe, wodurch der "Heimnimbus" fehlt.

Als Psychologe war Linkohr unter der Woche nicht gefragt, nach einem Sieg gegen den Tabellenzweiten nimmt keine Spielerin Osterode auf die leichte Schulter. "Wir haben das Ergebnis am Montag freudig hingenommen. Aber wir haken so etwas schnell ab und konzentrieren uns auf den nächsten Gegner." Und dies ist nun die HSG, die es genauso energisch anzugehen gilt wie Fritzlar. "Osterode hat eine routinierte Mannschaft", warnt der Coach. Es gäbe drei oder vier Spielerinnen, die vornehmlich für die Akzente sorgen und auf die es aufzupassen gilt. Daher fordert der Coach: "Wir müssen wieder eine starke Abwehrleistung in Verbindung mit einem guten Torhüter abrufen." Durch eine kompakte Defensive sollen einfache Tore nach Tempogegenstößen angepeilt werden, statt Treffer mühsam im Positionsangriff zu erarbeiten. Nicht unwichtig wird dabei, dass Linkohr erneut auf eine volle Bank mit 14 Spielerinnen bauen kann. "Wir reisen selbstbewusst an und werden uns nicht verstecken", sagt Linkohr. "Wir wollen versuchen, das Spiel an uns zu reißen."

Curt-Conrad Schindler aus dem HSG-Trainergespann mit Roland Friebe weiß um die Stärken der morgigen Gäste, backt aber keine kleine Brötchen. "Wir werden versuchen, die zwei Punkte für den Klassenerhalt zuhause zu behalten." Mit einem Sieg wäre das Thema endgültig abgehakt.

Um die Salzländer Defensive zu überwinden, zeigen sich die Osteröder kreativ. "Wir werden eine andere Angriffsformation ausprobieren." Genaueres ließ er sich jedoch nicht entlocken. Nur, dass er dabei auf einen vollen Kader zählen kann. Schindler sieht allerdings nicht nur die HCS-Deckung als Problem an. Er warnte insbesondere "vor den beiden Linkshänderinnen", auf die das Hauptaugenmerk gelegt werden soll, "damit sie nicht so viele Freiräume wie im Hinspiel bekommen". Vor allem Stephanie Jäger nutzte diese damals und steuerte zum 29:24-Sieg zehn Treffer bei.