Bismark (chj) l Eigentlich müsste die Freude bei den Fußballern des SV Förderstedt überwiegen. Denn sie rangen dem gastgebenden TuS Bismark in der Landesklasse ein 2:2 (0:1)-Unentschieden ab. Doch statt Zufriedenheit über die Aufholjagd bleibt ein bitterer Beigeschmack über Schiedsrichter Sven Schottenhamel.

Als die Gastgeber das 2:0 aus kürzester Distanz vergaben, schüttelte Schottenhamel den Kopf und faltete ungläubig die Hände vorm Gesicht zusammen, als hätte er gern den zweiten Treffer gesehen. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Förderstedts Spielertrainer Jens Liensdorf. Er hatte nicht den Eindruck, dass sich der Unparteiische diese Bezeichnung verdient hatte. "Bismark bekam keine Gelbe Karte, wir vier. Unsere waren berechtigt, keine Frage. Aber der Gegner bekam für ähnliche Aktionen nichts." Zudem sprach der Schiedsrichter den Gastgebern unzählige Freistöße aus guten Positionen zu. "Es gab viele fragwürdige Pfiffe. Als hätte er das Spiel entscheiden wollen."

Doch zuvor taten die Förderstedter etwas für die Entscheidung der Partie - nämlich nichts. "Wir wollten in der Defensive kompakt stehen", sagte Liensdorf. Dieses Vorhaben gelang nicht einmal eine Minute lang. Denn Bismarks erster Angriff nach 42 Sekunden bestrafte bereits einen Stellungsfehler der Gäste und führte zur frühen TuS-Führung durch Steffen Rogge. "Es begann so, wie es sich keine Mannschaft vorstellt", haderte Liensdorf. "Unsere Vorbereitung wurde über den Haufen geworfen."

Der SVF benötigte eine halbe Stunde, um diesen Schock zu verarbeiten. Bis dahin kam nichts. "Dann haben wir uns über den Kampf in die Partie hineingearbeitet." Nach dem frühen "Nackenschlag" fingen sich die Gäste und waren spätestens nach der Pause vollends auf dem Bismarker Rasen angekommen. "Im zweiten Durchgang haben wir auf Augenhöhe agiert." Dennoch führte ein erneuter Stellungsfehler zum 0:2.

Aber auch davon ließen sich die Gäste nicht vom Weg abbringen, wenngleich TuS noch Gelegenheiten hatte, den Sack vorzeitig zuzuschnüren. Mit dem taktischen Zug, Michael Buschke als Sturmspitze einzuwechseln, wendete sich das Blatt. Buschke ist sonst Innenverteidiger und blieb aufgrund des erwartet hohen Tempos vorerst unten. Mit hohen Bällen sollte das Bismark-Bollwerk geknackt werden, was auch funktionierte: Erst gelang Lucas Dübecke der Anschlusstreffer, dann nahm ein Verteidiger Hand. Schottenhamel wollte eigentlich einen Freistoß geben, erst der Linienrichter konnte ihn umstimmen. Liensdorf verwandelte zum Ausgleich und "punktete so gegen zwölf Mann". Die Aufholjagd begeisterte ihn: "Das war ein Zeichen, dass die Mannschaft lebt und dass wir das Unmögliche noch möglich machen können." Er freute sich auch, dass seine Spieler keine Karten wegen Meckerns sahen.

SV Förderstedt: Binnebößel - Loch, Liensdorf, Conrad, Fischer, Marcus Janich, Abram (87. Tappenbeck), Dübecke (81. Herrler), Lattorf (62. Buschke), Strobach, Marco Janich

Tore: 1:0 Steffen Rogge (1.), 2:0 Daniel Grützmacher (60.), 2:1 Lucas Dübecke (64.), 2:2 Jens Liensdorf (70., HE); SR: S. Schottenhamel (Arendsee), ZS: 52