Atzendorf (chj) l Dass die Trauben gegen den SV Westerhausen hoch hingen, war jedem Landesklasse-Fußballer der ZLG Atzendorf klar. Dass sie sich aber selbst das Leben dermaßen erschweren würden und den Gästen praktisch Tür und Angel für den 3:0 (3:0)-Sieg öffnen würden, hatten sie hingegen nicht auf der Rechnung.

"Eigentlich sind wir gut in die Partie gestartet", sagte Steffen Grohe aus dem Atzendorfer Trainergespann mit Heiko Spangenberg. "Bis das 0:1 fiel." Verteidiger Philip Voigtländer und Keeper Lukas Fiser spielten sich den Ball unter Druck kurz hin und her, was die Gäste eiskalt bestraften. "Lukas hätte den Ball nur schlagen müssen", haderte Grohe. Das 0:2 fiel nach einem ähnlichen Muster, wieder war Fiser unmittelbar beteiligt. "Dann war das Spiel gelaufen." Der dritte Gegentreffer besiegelte die Ahnung des Trainers, hatte jedoch einen Makel. Denn Westerhausens Goalgetter Friedrich Reitzig erzielte dieses Tor aus einer Abseitsposition. Unattraktiv, aber effektiv hätte die Situation erneut mit einem langen Ball entschärft werden können, was den Atzendorfern jedoch nicht gelang.

An allen Treffern war Fiser beteiligt. "Lukas hat sich nach dem Spiel bei der Mannschaft entschuldigt", berichtete Grohe. "Dabei war das bei uns überhaupt kein Thema. Er hat uns schon so viele Punkte gerettet und ist halt auch nur ein Mensch."

In der Kabine reagierte die ZLG auf das bis dato nicht stattfindende Aufbauspiel. So wurde Benjamin Schleysing eingewechselt und sollte das Mittelfeld beleben, was bis dahin mit langen Bällen einfach übergangen wurde. "Wir wollten versuchen, ein Tor zu erzielen. Aber das wäre uns vermutlich auch nach drei Stunden Spielzeit nicht gelungen", sagte Grohe. Zwar legten die Gastgeber im Gang nach vorn eine Schippe drauf und bemühten sich um Kombinationen, aber Chancen resultierten dabei nicht. Anders als bei einer Drei-Tore-Führung zu erwarten, redeten auch die Gäste noch ein Wörtchen mit.

Einen Wermutstropfen hatte Westerhausen Sieg dennoch. Philip Zablinski kam während eines Pressschlags mit Robert Stange den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Er blieb mit Verdacht auf einen Schien- und Wadenbeinbruch lange auf dem Rasen liegen, bis ihn ein Krankenwagen abholte. Die Partie wurde daher fast eine halbe Stunde unterbrochen.

ZLG Atzendorf: Fiser - Eisenträger, Maier (79. Gehrke), Voigtländer, Isufi, Faatz (70. Kutz), Stange, Spangenberg, S. Rock, Knoll (46. Schleysing), Tolle

Tore: 0:1 Martin Panterodt (25.), 0:2, 0:3 Friedrich Reitzig (35., 40.); SR: M. Roye (Kochstedt); ZS: 40