Staßfurt (chj) l Die Sportlerwahl 2014 im Staßfurter Sparkassenschiff war eine rundum gelungene Veranstaltung, daran gab es keinen Zweifel. Auffällig war allerdings, dass der Altkreis Bernburg mit sechs Siegen in sechs Kategorien der große Gewinner war. Dies hatte einen einfachen Grund. Denn seitens der Volksstimme gingen 1388 Stimmzettel ein, von der Mitteldeutschen Zeitung hingegen 2914. "Im vergangenen Jahr war das Bild noch umgekehrt", sagte Thomas Gruschka, Geschäftsführer des Kreissportbundes. Beide Tageszeitungen warben gleichermaßen, daran kann es also nicht gelegen haben. "Die Wahl hängt in erster Linie von der Schar ab, die die Kandidaten für sich versammeln kann." Der rein sportliche Erfolg spiele dabei eine kleinere Rolle als die Bekanntheit. "Die Chancen waren für alle gleich", sagte Gruschka. "Das Ergebnis hing davon ab, wie die Stimmberechtigten motiviert wurden." Auch bei der Wahl zum Sportler des Jahres gilt: "Eine Hand wäscht die andere."

Doch es gab auch Beispiele dafür, dass über die Altkreis-Grenzen hinaus gestimmt wurde. Josephin Bergmann, Kanutin der TSG Calbe, sammelte 871 Kreuze - und nachweislich nicht nur aus Schönebeck beziehungsweise Calbe, sondern auch aus Aschersleben.

Landrat Markus Bauer sprach in seinem Grußwort den Behindertensport an. "Inklusion wird immer mehr zum Thema", erklärte Gruschka diesbezüglich. Behinderte mit einer eigenen Kategorie zu versehen, sei jedoch noch keine Alternative. "Punktuell gab es das ja schon, grundsätzlich steht dem auch nichts im Wege. Aber der Behindertensport muss sich entwickeln, sodass eine sportliche Breite gegeben ist." Noch sei es schwierig, angesichts der geltenden Voraussetzungen für die Wahl genügend Kandidaten zu sichten, die dann von der Jury für eine entsprechende Kategorie nominiert werden.