"Wir haben glücklich einen Punkt gewonnen", sagte René Linkohr, Trainer des HC Salzland 06, nach dem 25:25 (12:14)-Remis bei der HSG Osterode. Die Handball-Partie der 3. Liga der Frauen hätte auch anders ausgehen können.

Staßfurt/Osterode l In einem waren sich Linkohr und sein Gegenüber Curt-Conrad Schindler aus dem Trainergespann mit Jens Wilfer einig. Beide waren im Prinzip mit dem Punkt zufrieden. Wobei Schindler dann doch etwas hin- und hergerissen war. "Hätte uns das vorher jemand gesagt, wären wir mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Wenn man aber das gesamte Spiel betrachtet, haben wir vielleicht sogar einen Punkt verloren."

Denn die Gastgeber hatten über weite Strecken das Heft in der Hand. "Erst in den letzten zwei Minuten war alles offen", blickte Schindler zurück. Das lag vor allem daran, dass die Gastgeber den Salzland-Rückraum abgemeldet hatten. "Einzig Stephanie Jäger zeigte Normalform", sagte Linkohr. Mit neun Treffern wurde sie die erfolgreichste Werferin der Partie. Häufig war selbst Osterodes junge Torhüterin Nele Röhrs machtlos, "obwohl wir sie auf Jägers Lieblingsseite hingewiesen hatten", wie Schindler erklärte. In den entscheidenden Phasen konnte sie jedoch parieren, wodurch sie sich ein Extralob verdiente. "Sie war mit ausschlaggebend für das Unentschieden. Und das, obwohl sie erst seit drei Jahren Handball spielt." Außerdem agierte Patricia Puskasova "herausragend" und markierte sieben Treffer.

Linkohr war zwar mit dem Punkt am Ende zufrieden, aber nicht mit der Art und Weise. "Wir hatten uns zurechtgelegt, wie wir den Gegner bespielen wollten." Doch in der Folge eines Trainerwechsels bei der HSG - Wilfer stieß erst vor kurzem dazu - trumpften einige Osteroderinnen auf, von denen es nicht unbedingt zu erwarten war. "Die gegnerische Aufstellung war im Vergleich zum Hinspiel gänzlich anders", sagte Linkohr. Einige Gastgeberinnen brannten förmlich und wollten ihre neue Chance nutzen. "Vor allem Jana Seegers strahlte viel Dominanz aus", sagte der HCS-Coach.

Die Folge war, dass die taktischen Vorgaben der "Wildgänse" nicht fruchteten. So sollte beispielsweise Thea Schwarz Sabrina Weiß stören. Doch die HSG reagierte darauf und antwortete erfolgreich über den Kreis. In der Folge sollte es dann wieder die kompakte 6-0-Variante richten.

Auch offensiv blieb der HCS lange blass. Linkohr sprach von "einer schlechten Wurfquote in der ersten Halbzeit". Das Ziel war es, das Spiel in die Breite zu ziehen, um den Rückraum oder die Eins-gegen-Eins-Spezialisten in Szene zu setzen. Aber zu häufig ging es dann über den Kreis, was laut Trainer "nicht das richtige Rezept war". Auch die gewohnten Tempogegenstöße liefen nicht nach Plan. Vier der sieben erfolgreichen Konter wurden erst in der Schlussphase gefahren.

Aber nach dem Seitenwechsel stabilisierte sich das Salzland-Spiel. Der zweite Durchgang ging mit 13:11 an die Gäste, woraus am Ende das Unentschieden resultierte, mit dem beiden Seiten unterm Strich leben konnten. Aber die Partie hinterließ auch seine Spuren. Beispielsweise wurde Stephanie Jäger permanent hart angegangen, sodass sie nun - wie einige andere auch - angeschlagen ist.