Die Drittliga-Handballerinnen des HC Salzland 06 empfangen heute ab 16.30 Uhr Schlusslicht HSV Minden-Nord in der Staßfurter Paul-Merkewitz-Halle. Als Vierter starten die "Wildgänse" als Favoriten. Grund zur Überheblichkeit wäre dennoch unangebracht.

Staßfurt l "Unser Gegner ist zwar Letzter, hat aber im Verlauf der Saison gezeigt, dass viele Spiele nur knapp abgegeben wurden", weiß HCS-Coach René Linkohr. Der HSV unterlag etwa Hahlen zweimal mit nur zwei Toren Unterschied (22:24 und 19:21), Rohrsen gar mit einem weniger (27:28), Fritzlar mit vier Treffern weniger (27:31). Und im Hinspiel gegen den HC Salzland waren es auch nur drei Tore Unterschied (23:26). "Der HSV hat seine Phasen, in denen er seinem Gegner das Leben richtig schwer machen kann." Linkohrs "Wildgänse" hatten auswärts auch so ihre Schwierigkeiten.

Trotz vieler enger Vergleiche steht Minden-Nord mit nur elf Punkten am Tabellenende. Der drohende Abstieg ist fast schon akzeptiert worden. "Die Drucksituation ist bei uns weg. Wir wollen nun einfach guten Handball spielen und beweisen, dass wir zu Unrecht dort unten stehen", sagt HSV-Geschäftsführer Jörg Schneider, der ob personeller Engpässen häufig auch als Betreuer fungiert. "Wir hatten viel Pech. Vor entscheidenden Partien hatten wir meist Verletzte oder Kranke zu beklagen. Auch vor der heutigen Aufgabe plagten sich zwei Spielerinnen mit einer Erkältung. Dennoch wird der HSV vollzählig anreisen.

Linkohr weiß natürlich um die Situation bei Minden-Nord. Aber: "Wir sind nicht auf den Tabellenstand eingegangen." Ob gegen den Letzten oder Ersten, die Forderung ist klar formuliert: "Wir wollen mit dem nötigen Engagement und Ehrgeiz von Anfang an den nötigen Druck aufbauen und durch unsere Abwehr Sicherheit gewinnen." Das erklärte Ziel der Salzländerinnen ist es, die Punkte in Staßfurt zu behalten.

Der HCS will gewinnen, so viel steht fest. So ganz kann er die tabellarische Konstellation dann aber doch nicht ausblenden. "Für den Gegner könnte es der letzte Strohhalm sein", sagt Linkohr. Um noch den Hauch einer Chance auf den Klassenerhalt zu haben, müsste Minden-Nord alle verbleibenden Partien gewinnen, dabei allerdings auch auf die Konkurrenz hoffen. Entsprechend "bissig und engagiert" erwartet Linkohr die Gäste und fordert, dass "wir tunlichst vermeiden müssen, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen".

Um die eigene Situation wissend, stapelt der HSV-Geschäftsführer tief. "Wir geben uns gegen Salzland keinen Illusionen hin." Im Vorfeld aufgeben, kommt für die Gäste aber auch nicht in Frage. "Mal sehen, wie sich das Spiel entwickelt. Wenn es lange knapp bleibt, könnte am Ende das Glück auch mal auf unserer Seite sein. Auf jeden Fall treten wir nicht an, um die Punkte einfach liegen zu lassen", gibt sich Schröder kämpferisch.